...es gehört noch mehr zum Bahnbetriebswerk außer Drehscheibe und Lokschuppen...


Drehscheibe, Dampflok, Ringlokschuppen der Traum vieler Modelleisenbahner zum Museumstag 2013 im Bw Glauchau.


Bahnbetriebswerk für unsere Lokomotiven


 

 1 Bw = 1 Qm

Die Drehscheibe in HO und N von Fleischmann erhältlich.
In der Nenngröße TT die Modellbahndrehscheibe von Roco.

 

Ein Bahnbetriebswerk mit unterschiedlichen Anlagen ist oft einer der ersten Grundideen beim Bau einer Anlage. Nichts steht dagen, wenn man vor dem Zusammenbau der Platten und der Planung einige Grundkenntnisse sowie auch Maße und Platzverhältnisse beachtet, damit das Bahnbetriebswerk der Mittelpunkt des Betrachters wird und kein Alptraum. Die Ausführungen hierzu sollen eine kleine Hilfestellung sein.  Als Faustformel zur Umsetzung des Projektes habe ich provokant 1 Qm als Platzangabe in den Raum gestellt, was einen groben Platzbedarf verdeutlichen soll beim Bau von Lokschuppen, Drehscheibe und den dazugehörigen Anlagen. Auch wenn der Platz noch nicht ganz benötigt wird ergeben sich oft noch Möglichkeiten zur Platznutzung von Abstell- oder Reparaturgleisen oder anderen Gebäuden. Oft ist der Bau eines Bw etwas Platzintensiv, von diesem Gedanken soll man sich durchaus leiten lassen. Seien Siedeshalb bei der Planung immer etwas großzügig.


Variante 1 - Bau des Bw und spätere Anpassung der Strecke und Streckenführung um das Bw herum.


Vorteil: Mit dem vorhandenen Platz können großzügige Anlagen errichtet werden

Nachteil: Anpassung des Strecken- und Bahnhofsverlaufes um das Bw herum kann dazu führen, daß gerade lange Fahrzeuge und Fahrzeuge mit größeren Radienbedarf nicht richtig eingesetzt werden können, da entweder verkürzte Weiche kleinere Radien oder auch "Kunstkurven" verbaut werden.

Ideal für Modellbahner die ein Diorama Bw bauen ohne Strecke, nur den Bw Betrieb darstellen möchten.


Variante 2 - Bau der Bahnhofsanlagen und Strecken, spätere Errichtung des Bw

Vorteil: Einsatz aller großen Fahrzeuge und fahren mit hohen Geschwindigkeiten durch den Verbau von langen und größeren Weichen

Nachteil: Das Bw kann in der Regel nur in einer "abgespeckten Form" erbaut werden, oder als seperates Anbauteil was sich meist in diesem Fall empfiehlt.


Damit das nicht passiert und damit alles funktioniert sollte man gewisse Faustregeln und Grundmaße einfach beachten. Für die Modellbahner die besonderen Wert auf ein Bw legen.


Beachten Sie die Grundmaße der Fahrzeuge gängige E-, Diesel-, Dampflokomotiven die Länge über Puffer (LüP) oder die Länge über Kupplung (LüK) bei Triebwagen. Längenangaben, Mindestradienangaben des Herstellers helfen auch weiter.


Spur HO


Lokomotiven ab 20 cm bis 30 cm Länge

Triebwagen ab 20 cm bis 60 cm Länge z.B. VT 612 HO von Piko zweiteilig ca.60 cm

ICE mit mindestens 5 Fahrzeugen ca. 1,30 m - zwar fährt das Fahrzeug nicht auf die Drehscheibe oder in den Lokschuppen, aber es wird möglicherweise abgestellt

Rangierlokomotiven ab 7 cm bis 20 cm Länge

Maßstabsgerechte Einzelwagen bis 30 cm Fahrzeuglänge


Länge über Puffer (LüP) ???


Maßgeblich für den Bau des Bahnbetriebswerkes sind die Fahrzeuglängen, daraus leitet sich der Anspruch für den Bau des Bahnbetriebswerkes zum großen Teil ab.

 

BR 18 201 in HO Länge über Puffer = 289 mm rund 30 cm !!! Roco HO Modell
Auch sechsachsige Diesel- oder E-Lokomotiven bringen wie hier das Roco HO Modell immerhin 23,8 cm Länge auf die Gleise. Roco HO Modell

 

 Auch wenn sie nicht über die Drehscheibe fahren, brauchen Triebwagen ihren Platz für Abstellungen, in Rechteckschuppen oder Tankgleisen.

 

Wenn es schon keine lokbespannten Züge sind, vielleicht ein ICE von Fleischmann. Die ICE Grundeinheit des 407 bringt vierteilig ca. 1,50 m Länge auf die Gleise.
Aber auch im modernen Fahrzeugsektor gilt es die Fahrzeuglängen zu beachten. Weniger über die Fahrt an der Drehscheibe aber so müßen Abstell-, Tank-, Werkstattgleise an diese Baureihen angepasst werden. Z.B. Piko VT 612 in HO zweiteilige Ausführung 60 cm Länge. Reguläre Zugbildung zwei Einheiten VT 612 - 120 cm !!!


Auch in TT und N gibt es mittlerweile respektable Fahrzeuge , Triebwagen, deren Maße sollten Sie beim Bau eines Bw durchaus auch mit beachten.



Sie müßen dreimal die längste Loklänge berechnen, in den Bw Vorgleisen bei der Bekohlung oder Tankstelle mindestens 30 cm Nutzbare Gleislänge, die Drehscheibe mit Bühne 30 cm und die Zufahrtsgleise zum Lokschuppen ebenfalls 30 cm. Bei der Nutzbaren Gleislänge sind Weichen oder Gleisverbindungen nicht mit berechnet. (Angaben für HO)


Durch eine ralistische Grobplanung nach den Maßen der Herstellerangaben, die sich zu jedem Produkt finden lassen können im Voraus Länge und Breite der Bw Anlage geplant werden. Auch der Gleisverlauf, Weichen und Gleislänge fließen hier mit ein, damit es "eine Runde Sache" wird. Somit lassen sich Platzreserven oder Engstellen im Voraus erkennen.


Das Klassische Bahnbetriebswerk

 

Als typisches Modellbahn Bw bietet sich zum Beispiel das Bahnbetriebswerk in Glauchau zum Nachbau an. Auf Grund der Größe und übersichtlichen Anlagen. Deshalb lohnt sich immer mal ein Besuch im Museums Bw. Schön ist auch das die Veranstaltungen hier sehr familiär wirken. Klein aber fein.

 

Mittelpunkt die Drehscheibe zum wenden der Lokomotiven. Fleischmann N Modell. In der Planung ca. ab 30 cm Platzbedarf für HO
Die Darstellung eines Bw mit Bausätzen der Firma Faller, etwas Zubehör und Nebengebäuden in HO rechtfertigt die Faustformel von 1 qm Platzbedarf.Größe des Lokschuppens, mit Lokleitung in der Größe eines kleineren Bw, 340 x 420 mm.
Wie in alten Tagen, die 35/10 des Museums Bw Glauchau auf der Drehscheibe, "sie hatte gerade den Zug durch das Muldental bespannt"...

 

Drehscheiben, Schiebebühnen, Segmentdrehscheiben unterschiedlicher Abmessungen und für Schmalspurbahnen sind von Hapo erhältlich


Klein Bw`s, fehlende Endweichen, beengte Platzverhältnisse begünstigten oft den Einsatz einer Segmentdrehscheibe an Endpunkten von Neben- und Gebirgsbahnen. Hapo Modell
Für Nebenbahnen oder Anlagen mit geringen Platzverhältnissen bietet Hapo mittlere und kleinere Drehscheiben verschiedener Spurweiten an. Z.B. Drehscheibe mit 20 cm Bühnenlänge in HO mit einem Platzbedarf von ca. 23 cm.

 

Bahnbetriebswerk auch ohne Drehscheibe bereits ab Epoche II


Bereits in der Frühzeit wurden bereits auch schon Rechteckschuppen errichtet und gebaut. Nicht nur ein- und zweiständige Lokschuppen oder Heizhäuser. Auch nach Einführung der E-und Dieseltechnik wurden größere Rechteckschuppen zum Teil mit aufwendigen Weichenverbindungen bzw. Schiebebühnen errichtet. Gerade Bahnbetriebswerke mit zahlreichem Vorortverkehr oder Nebenbahn Bw`s mit Triebwagenverkehr besaßen seperate Triebwagenschuppen in unserer Nähe wäre hier das Bahnbetriebswerk Bamberg zu nennen in dem für zahlreiche Nebenbahnen ein Triebwagenschuppen erbaut wurde.


Für Werkstätten, E-Lok- und Diesel Bw`s wurden auch oft Schiebebühnen verwendet, war es doch hier nicht notwendig das Fahrzeug zu drehen. Hapo Schiebebühne
Darstellung eines modernen DB Regio Bw für Triebwagen in HO.


 Was sich mit 2,40 Meter Länge als übertrieben möglicherweise darstellt, ist in der Realität leicht zu toppen, so könnte auf Grund der Länge der Gleise zum teil nur zwei vierteiligen VT Einheiten VT 642 oder VT 612 das Bw befahren. Bei längeren Einheiten müßten die Züge vor dem Befahren oder dem Abstellen entkuppelt werden.

 

Grundform eines modernen Lokschuppens für V-und E-Lokomotiven. Dreiteiliger Kibri HO Lokschuppen Maße 34,5 x 20 cm. Um in der Handskizze die Form des modernen Regio Bw zu erhalten benötigt man vier Gebäude dieser Art. Maße gesamt 69 x 40 cm, was die Einfahrt von zweiteiligen Dieseltriebwagen wie bereits erwähnt mit 60 cm Länge zuläßt.
Typisches Beispiel für einen Rechteckschuppen ist das ehemalige Bahnbetriebswerk in Hof. Auf Grund massiver Kriegs- und Bauwerksschäden wurde in den 70er Jahren an der Stelle des ehemaligen Bayerischen Lokschuppens ein neues Bw errichtet. Zwei Zufahrtsseiten zum Lokschuppen südlich und nördlich ermöglicht Ein- und Ausfahrten von beiden Seiten sowie Durchfahrten. Nach dem Dampflokabschied in Hof war keine Drehscheibe mehr erforderlich, da hier nur noch Diesellokomotiven, Triebwagen und Wagen Instand gesetzt bzw. repariert wurden. Ein Blick auf die nördliche Seite des Bw Hof mit Verwaltungsgebäude und seinen Anlagen am 25.März 2005.
Modernes US Bahnbetriebswerk ohne Drehscheibe. Bei zahlreichen Bahnverwaltungen werden keine Drehscheiben eingesetzt. Nicht nur auf Grund des Einsatzes von Diesel-und E-Fahrzeugen, auch Dampflokomotiven konnten ohne Drehscheibe gedreht werden über ein Gleisdreieck, das entweder in der Streckenverzweigung von Bahnhöfen anzutreffen war oder seperat erbaut wurde. Ab 1962 durch Errichtung des Gleisdreieckes in Probstzella konnten hier die Schnellzugdampflokomotiven in Probstzella trotz Bw und kleinerer Segmentdrehscheibe gedreht werden. Walthers / Faller US Bahnbetriebswerk.

 

Auch E-Lok Bahnbetriebswerke haben ihren Reiz


Liebhaber von E-Lokomotiven werden nicht nur den Rechteckschuppen favorisieren, auch der Reiz der überspannten Drehscheibe mit einer "Spinne" ist etwas Besonderes.


Bestechende Optik der "Spinne" von Sommerfeldt in HO für den E-Lokbetrieb.
Die überspannte Drehscheibe im Bw Bebra, Zustand am 06.09.2014.
145 047 wurde am 06.09.2014 im Bw Bebra gedreht.

 

...es geht auch etwas einfacher...


Verständlicher Weise ist die Spinne eine nicht gerade unkomplizierte Angelegenheit. Denoch mit technischem und handwerklichen Geschick zu meistern. Eine einfach Variante bot hier das ehemalige Bahnbetriebswerk Lichtenfels, mit Überspannung der Drehscheibe und eines Schuppengleises.

 

Vom Zufahrtsgleis über die Drehscheibe zum Tor 1 führte einst eine Fahrleitung. So wurde die E-Lok vom Bahnhof über die Drehscheibe zum Stand 1 gefahren, konnte mit gesenktem Bügel gedreht werden. Im Lokschuppen konnte die Lok bei abgeschaltener Fahrleitung repariert werden bzw. die Lok konnte im Stand unter Spannung auch getestet werden.
Ein altes El 6 und die Warntafel für den E-Betrieb erinnerten am 20.03.2016 am Tor 1 des Bw Lichtenfels noch an den elektrischen Reparaturstand des Bahnbetriebswerkes.
Eisenbahnromantik pur, ein kleiner einständiger Lokschuppen, Handweichen, Anschluß- und Ladegleise im Endbahnhof Litschau der Waldviertelbahn in Österreich. Über Nacht wurde hier täglich am Abend eine Lok abgestellt, das Lokpersonal ruhte und am frühen morgen ging es mit dem ersten Zug nach Gmund zurück. Zustand der Anlagen am 24.08.2005.


Neben Lokschuppen, Drehscheibe gehören noch andere Dinge zur Lok- und Personalversorgung im Bw dazu


Hier einige Produktbeispiele


Kibri Großbekohlung für ein Güterzug- oder Schnellzuglokomotiv Bw erfordert 40 x 18 cm Größe, was wiederum meine Darstellung rechtfertig mit 80 cm Gleislänge für Betriebsgleise eines größeren Bw in der Handskizze.
Um die Dampflokomotiven angemessen mit Kohle zu versorgen ein mittlerer Kohlebansen mit Kran, der immerhin Maße von 21 x 8 cm aufweist, so errechnet sich auch die Länge der Betriebsgleise von der Drehscheibe zur Bw Grenze zum Bahnhof, mit mindestens 50 cm aufwärts.
Neben der Bekohlungsanlage wird im Bw eine Dieseltankstelle mit Ölbunkeranlage benötigt. Neben der Dieselversorgung werden auch hier ölgefeuerte Dampflokomotiven versorft. (Faller)
Wenn es nur Dieselfahrzeuge sind langt eine Dieseltankstelle. Je nach Umfang der Fahrzeugflotte werden zwei und mehr Tankbehälter hierzu benötigt. Faller bietet im Set dazu die Diesel- bzw. Ölfässer an zur Ergänzung der Anlagen.
Auch die Wasserversorgung der Dampflokomotiven spielte eine wichtige Rolle. Nicht nur in Bahnbetriebswerken von enormer Wichtigkeit auch auf Unterwegsbahnhöfen und bei der Fahrplangestaltung. So wurden 500er Rohre verbaut, die einen Zufluß von 50 Litern pro Sekunde bringen mußten um Unterwegshalte auf maximal 2 bis 3 Minuten zu beschränken. Der bewegliche Wasserkran von Viessmann für das Bw oder auch den Unterwegsbahnhof garantiert immer genügend Wasservorräte.
Nicht nur in Groß Bw`s auch in kleineren Einsatzstellen waren sie vorhanden, die Untersuchungsgruben. Nicht nur für Reparaturzwecke auch zur Untersuchung der Bremsen, Triebwerke, zum Abölen sowie Fahrwerksinspektion oder zum Abtauen wurden die Zugänge von unten zur Lokomotive ständig benötigt.(Faller)
Neben der Achssenke gab es auch Spindelböcke im Bw die dafür sorgten das Fahrzeug anzuheben um neben Unterbodenarbeiten auch Achstausch an Wagen und Lokomotiven ausführen zu können. Achstausch an einem E-Wagen mittels Faller Spindelböcke.
Ein moderner Spindelbock zur Reparatur defekter Wagen, hier eines Kesselwagens, der samt Ladung gehoben werden mußte. PKP Wagenwerkstatt in Deutsch Kreuz an der Ostbahn am 24.09.2013.
Unterhaltung und Wartung der Lokomotiven umfasste auch die Reinigung der mit Asche, Schlacke und Staub verunreinigten Kessel hierfür wurde das Rohrblasgerüst benötigt um das Innere des Kessels auszublasen und zu reinigen. Dafür wurden Kompressorenhäuser errichtet um die Kompressoren vor Kälte, Dreck und die Arbeiter vor Lärm zu schützen. Auch ein Schürhakengestell mit passenden Utensilien zur Reinigung der Rostgefeuerten Lok`s, dem Entleeren der Aschekästen, der Schlacke und zum Entfachen der Feuer wurde dringlichst benötigt. Im Hintergrund ersichtlich der Ölkran zur Betankung der ölgefeuerten Lokomotiven der auch notwendig ist.
Detailansicht des oben beschriebenen Faller Bausatzes für HO.Natürlich sollten solche Teile unumgänglich gealtert werden.
Kein unwichtiges Teil im Bw Besandungstürme, Besandungsanlagen, Besandungsöfen sorgten für die Bestückung der Lokomotiven mittels Bremssand. Der Bediener der Anlage wurde scherzhaft "der Sandmann..." genannt.
Bahnbetriebswerke, Lokschuppen, Werkstätten sind nicht unbedingt die saubersten Arbeitsplätze. Rost, Ölschmutz, Dreck, Ruß, Ölschlamm, Dieselflecken und andere Verunreinigungen finden sich als Alterungs-und Farbsortimente bei Valejo (Faller).
Patiniertes Aggregat, das mit Valejo Farben stilecht gealtert wurde, hier z.B. Diesel- und Ölflecken.
Klein aber Oho der Hemmschuh zur Sicherung abgestellter Fahrzeuge im Bw. HO Hemmschuhe zum "aufklipsen" auf dem Gleis von Roco.
Zur Erleichterung der körperlich schweren Arbeit der Schuppenmänner wurden oft KOhle- bzw. Schlackeaufzüge im Bw errichtet. Zumal es die Arbeit erleichterte und die Wendezeiten der Lokomotiven verkürzte. (Faller)

                   

Zur Versorgung der Lokomotiven zählte der Wasserturm im Bw zu den notwendigsten Gebäuden. Unterirdische Wasserbehälter der Turm zum Druckausgleich waren unverzichtbar für jedes Bw. So ist z.B. der Wasserturm Bielefeld von Faller für ein größeres Bw unverzichtbar.


Reparaturen fallen in einem Bw immer an, sei es Radsätze tauschen, Motoren tauschen, Puffer wechseln, Aufbauten erneuern dazu benötigt man neben Arbeitsgerüsten und Gruben auch Hebe-, Decken- oder Bockkräne. Unmittelbar vor dem Lokschuppen wird ein Bockkran installiert, der für die unterschiedlichsten Arbeiten benötigt wird. Den Kran kann man auch mit einem Servo- oder Bastelmotor von Faller zum Leben erwecken.
Gerade Groß Bw`s verfügten über zusätzliche Ladekräne an Materiallagern oder den Werkstätten. Wurden doch mittels ihrer Hilfe Ersatzteile, schwere Material- und Transportkisten, Fässer, Zusatzstoffe oder Dienstgüter aus Dienstgüter- und Materialkurswagen entladen. Eine kleine Rampe oder Platzierung im Bw Gelände in Werkstatt oder Materiallagernähe war dafür vorgesehen, so ging meist ein seperates Zufahrtgleis zum Lager hinter den Gebäuden. (Faller)
Fast jedes Bw besaß ein Verwaltungs- und Sozialgebäude. Nicht nur Lokschuppen, Werkstatt sind wichtig auch die Unterbringung der Lokleitung, Betriebs- und Fahrplanbüro, Verwaltung, Umkleide-, Dusch- und Übernachtungsräume und die Kantine mit dem "Lügentisch". Faller Bw Verwaltungsgebäude.
Gerade dieser Faller Lagerschuppen bietet sich als Material- und Versorgungslager eines Bahnbetriebswerkes an, besitzt es doch einen Ladekran und entspricht in seiner Ausführung einem Zusatzgebäude im Bw Gelände.Seperate Gleiszuführung vom Bahnhof zum Lager sorgen für einen zusätzlichen Rangierbetrieb im Bw Gelände. Achtung Rangiergleis mit nur 5 km/h befahren - Unfallgefahr Personen, KFZ und Stapler Verkehr !!!

 

Kleinteile zum Bw


Ein Bw lebt genauso wie alle anderen Anlagenteile. Neben Patina-, Rost-,Öl-,Dreck- und Alterungsspuren gibt es umfangreiches Zubehör um einen Lokschuppen und alle anderen Anlagen zum Leben zu erwecken.


Diesl- Öl, Petroleum und sonstige Flüßigkeiten für den Betrieb von Lokomotiven sollten im Bw und Tankstellengelände nicht fehlen.
Paletten, Transportwagen, Hubwagen, Säcke sorgen für die realistische Belebung des Umfeldes.
Was haben Bretterstapel mit einem Bw zu tun, jede Menge. Holz wurde immer benötigt zur Reparatur der Wagenkästen, Wagenböden sowie der Fußböden der Führerstände von Dampflokomotiven. Hierfür waren in den größeren Bw`s extra Schreiner beschäftigt, die nur solche Arbeiten auszuführen hatten. Ein oft mühevolles Geschäft. Auch Fensterrahmen, Beitische, Sitzbänke wurden repariert.
Wer auf so ein Gebäude im Bw Gelände Wert legt, die Zimmerei von Faller wäre hierfür ein passendes Zusatzmodell.

 Auch ein Metall Lager gab es, so wurden hier verschiedene Profileisen, Bleche, Rohre zu Reperaturzwecken auf Vorrat gehalten. Schlosser, Dreher, Schmiede, Lackierer und andere Handwerksberufe sorgten dann im Bw für die entsprechende Instandsetzung der defekten Fahrzeuge. Im Faller Evergreen Sortiment finden sich in unterschiedlichen Größen Plastik Profile die für die Ausgestaltung im Bw mit verwendet werden können.

 

 Noch mehr Details von Juweela


Im Juweela Programm befinden sich zahlreiche Artikel zur detaillierten Modellbahngestaltung. Unter anderem auch für ein Bahnbetriebswerk. Hier finden sich auch Wegsortimente, Ladegüter und zahlreiche Zubehörartikel im Sortiment.


Das wichtigste ist Kohle...- hier finden Sie Rohbraunkohle, Brikett, Koks zur Ausgestaltung der Bekohlungsanlagen, als Ladegut für Bahn und LKW und zur Ergänzung auf dem Tender der Lokomotiven.
Auch das gehört dazu, nicht nur Begrünung in der Stadt oder Fußgängerzone, auch in Bahnbetriebswerken gab es Sitzecken, Raucher- und Pausenecken mit Parkbänken, Blumenkübeln, Rasenflächen oder Blumenrabatten zur Pausengestaltung.
"Echte Brikett" von Juweela...nicht nur im Bw auch zur Hausbrandversorgung der Bevölkerung.
Auch der Prellbock aus Altholzschwellen trägt zur Verschönerung der Bahnanlagen bei. Für einen realistischen Gleisabschluß im Bw im Bahnhof oder den Abstellgleisen.
Auch herausgerissene Gleisanlagen, Baugleise lassen sich mit dem Juweela Altschwellensortiment darstellen.
Achtung "KUpferklau", in vielen Dienststellen fielen oft große Mengen Metallschrott und Fahrdraht an, beliebtes Diebesgut. Gerade in der Nachkriegszeit von der Bahnpolizei streng bewacht.Aber auch zur Ausgestaltung, als Ladegut findet sich immer noch ein Platz für den Altschrott im Bw.


Klar das Preiser die Figuren hat....auch für ein Bw

 

Festangestellte Maler im Bw sorgten für frischen Farbanstrich der Fahrzeuge, für Beschriftung und sonstige Aufträge in ihrem Beruf. Maler von Preiser
Unterschiedlichste Handwerksberufe waren im Bw angesiedelt. Auch Elektriker, Lampisten, Dreher, Fräser, Schweißer, Schloßer sorgten dafür das die Fahrzeuge immer rollten.Preiser Handwerker
Lokführer, Heizer, Schuppenfeuerleute, Kohlenlader, Tankstellen- und Drehscheibenwärter sorgten rund um die Lok dafür, daß die Fahrzeuge rund um die Uhr mit Kohle, Wasser und Öl versorgt werden konnten. Preiser Bw Personal
Mit Einzug der Diesel- und E-Loktechnik ging es bedeutend sauberer auf den Führerständen der Lokomotiven zu. Sitzende Lokführer für E-und Diesellokomotiven von Preiser.
Zur Ausstattung der Dampflokomotiven bietet Roco die "Halben Lokführer" an, die am Führerstandsfenster fixiert werden können.
Die Kantine war der wichtigste Treffpunkt der Personale, das Neuste, Lügengeschichten und alte Kamellen wurden hier erzählt. Kaffee, Bockwurst, früher auch Bier oder richtige Mahlzeiten wurden hier angeboten. So gab es Kantinen in denen richtig gut gekocht wurde wie zu Hause. Heute gibt es Bohnensuppe von der Kantinenfrau, die für manche "Verpuffung" in der Büchse sorgen dürfte.
Auch die Reinigungskräfte im Bw waren unentbehrlich, Reinigung der Lokomotiven, Wagen und der Gebäude waren unerläßlich. Auch wenn mancher diese Arbeiten herabwürdigend betrachtete waren sie unerläßlich. (Preiser)
Nicht nur im Büro-und Reinigungsdienst waren Frauen im Bw eingesetzt, auch als Übernachtungswärterin, Drehscheibenbedienerin oder Tankwart waren sie gefragt. So plauderte man mit ihnen, waren sie hübsch wurde geflirtet, oder sie nähten schnell mal einen Knopf an die Hose oder kochten mal einen Kaffee in der Nacht. Oft in vielen Bw`s unentbehrliche Arbeitskräfte. Gerade nach dem Krieg waren sie eine große Stütze für den Betrieb in manchem Bw.

 

Auch das Innenleben kommt von Preiser


Stückgüter, Dienstgüter, Materialtransporte rund um die Uhr zur Ersatzteil- und Materialversorgung des Bahnbetriebswerkes.
Hochregallager, für Profile, Bleche, Material
In der Neuzeit die Palette und der Hubwagen unverzichtbar...
Bohr- und Drehmaschine in der Werkstatt sorgen schon für eine entsprechende Belebung auch der Innenräume.
Neben den "versteckten Schweißlichtern" in der Untersuchungsgrube oder im Lokschuppen, sorgt der Schweißer der Fa. Viessmann für echte Belebung des Bw Geländes.

 Lokschuppen verfügten über Schuppenöfen, die mehrfach im Schuppen aufgestellt waren von den Schuppenfeuerleuten mit bestückt wurden und für angenehmes Klima im Winter bei den Reparaturarbeiten an Fahrzeugen sorgten. Auch konnten somit Fahrzeuge, Gestänge, Material wurden abgetaut und somit im Winterbetrieb wieder gangbar gemacht werden. (Weinert)

 

Nicht nur Kohleöfen, Fackeln auch Kohlekörbe aus Metall sorgten für Wärme im Schuppen so wurden auch Maschinen, Anlagen, Motoren, Wasserkräne im Winter aufgetaut oder auf Plusgrade gehalten. (Weinert)

 

Alter spruch, "wer gut ölt, der gut fährt". Täglich wurde literweise Öl rund um die Lok verteilt. So hieß auch manche "Ölsardine" oder "Olivia". Aber was half es alle beweglichen Teile der Lok mußten regelmäßig geschmiert und abgeölt werden. Hierfür wurden auf der Lok Ölkannen mit Ölspritze, alte Lappen mitgeführt. So wurden auch die Lokomotiven mit Öllappen geputzt und erhielten ein gepflegtes Äußeres.  Nicht nur als Bw Deko zu verwenden auch auf der Lok mitzuführen. (Weinert Ölkannensortiment)


Eins-, Zwei-, Dreistände - Drei Beispiel Modelle von Kibri


Manchmal gibt es der Platz einfach nicht her, was zur Darstellung einer kleineren Bw Anlage führt, was aber nicht Minderwertig bedeuten muß, gerade hier kann man die Anlagen oft detaillierter und Ideenreicher gestalten, was die Anlage auch realistisch in den Focus rücken läßt. Oft war es auch das auf einer Strecke eine oder zwei Lokomotiven eingesetzt waren. So errichtete man Lok-Einsatzstellen, Lokbahnhöfe für den entsprechenden Bedarf. Oft sah der Fahrplan 4 bis 5 Zugpaare an Werktagen und Sonn- und Feiertags 1 bis 3 Zugpaare gerade auf Neben- und Schmalspurstrecken vor. Entsprechend wirtschaftlich nach dem Fahrplan gestalteten sich auch die Anlagen. Die Fahrzeuge wurden hier nur mit Wasser, Kohle, Öl, Schmierstoffen bzw. Diesel versorgt und kleinere Reparaturen vom Personal selbst ausgeführt. Bei größeren Arbeiten wurden die Wagen sowie die Lokomotiven der Heimat Dienststelle überführt und getauscht. Meist als Leerfahrt oder in Reise- und Güterzügen mitgeführt. Bei erheblichen Mängeln wie defekte Gestänge, Radsätze kamen Hilfslokomotiven, die mit entsprechend verminderter Geschwindigkeit für den Abtransport sorgten. Auch der Transport auf Hilfsfahrgestellen im Hilfszugverband war keine Seltenheit, so konnten Mängel am Fahrwerk zu Entgleisungen führen was verhindert werden mußte.

 

Oft an Endpunkten von Strecken waren Einständige Lokschuppen vorhanden, wo meist über Nacht Lokomotiven abgestellt waren und im Winterhalbjahr vor Nässe, Kälte, Eis und Schnee geschützt wurden. Einständige Lokschuppen gab es in Lauscha, Katzhütte, Pößneck unt.Bf.
Zweiständiger Lokschuppen in Fachwerkbauweise einer Lok Einsatzstelle. Zweiständige Lokschuppen waren in Rottenbach, Münchenbernsdorf vorhanden.
Schon etwas umfangreicher war der Betrieb in dreiständigen Lokschuppen. Nicht nur die hier stationierten Lokomotiven kamen in das Haus, auch oft Gastlokomotiven die hier wendeten oder über Nacht abgestellt wurden. Dreiständige Lokschuppen gab es in Camburg, Göschwitz, Stadtilm.Oft war hier noch eine zusätzliche Rangierlok beheimatet, da in solchen Bahnhöfen noch Anschlüße zu bedienen waren und Güter- oder Reisezüge rangiert und gebildet wurden.


Signale,Beleuchtung und Zubehör für das Bw von Viessmann


 Oft fälschlich angenommen, es gab keine Strahler im Bw Bereich, so konnten Lokführer geblendet werden was zu Unfällen hätte führen können. Laut Vorschrift dezente Lichtquellen zur guten Sicht und zur Vorbeugung von Unfällen, Schrittgeschwindigkeit, beleuchtete Weichensignale und jede Menge Gleissperren und Wartezeichen sorgten für den sicheren Verkehr.

 

Nicht zu unterschätzen, so gab es in Bw`s und Güterbahnhöfen oft aufgestellte Mastuhren für pünktliche Abfahrt, oder Ausfahrt im Bw, die jeden Eisenbahner daran erinnern sollte, daß Pünktlichkeit oberstes Gebot hatte. Auch der Übernachtungswärter hatte für pünktliches Wecken der Personale zu sorgen.
Unfallschutz war oberstes Gebot, so wurden über Tür und Tor Lampen angebracht, die gerade Nachts Unfällen vorbeugen sollten. An Modell Bw`s sollten solche Lampen nicht fehlen.
In größeren Bw`s befanden sich meist Gitter Stahlmastleuchten mit 10 bis 12 Meter hohem Mast was einer größeren Ausleuchtungsfläche beitragen sollte. So mußte auch jeder Eisenbahner eine Taschenlampe bei sich führen, deren Funktion kontrolliert wurde.
Die gute alte Pilzleuchte war ebenfalls zwischen den Bahnhofs- und Bw Gleisen anzutreffen. Teilweise bis 10 Meter hoch sorgten sie für gutes Licht im Bw Bereich.
Niedrige....
Hohe...
Beleuchtete Wärtersignale...
Niedrige....
und nochmals hohe Sperrsignale....

 

Rangierhand- und Pfeifsignale beachten !!!


Oberstes Gebot

Rangier-, bzw. Schrittgeschwindigkeit

in den Bw Gleisen zum Teil auch als begleitete oder unbegleitete Rangierfahrt.

 

Dieser moderne Nachkriegsbau bietet sich z.B. an als Rangierstellwerk in einem Bw. Oft waren Weichen handbedient, Gleissperren und Rangiersignale elektrisch. (Vollmer Modell)
Klassische Form eines alten mechanischen Wärterstellwerkes was den Betrieb von und zu einem Bw regelt. (Kibri)
Unfallschutz und Sicherheit wird im Bw ganz "Groß" geschrieben. Sichere Bohlenüberwege, Geländer, Absperrgitter oder Zäune sorgen für Sicherheit der Befugten Personen. So sollten an Zugängen, Wegen, Bw Anlagen je nach Standort zum Gleis keine Sicherheitsgeländer fehlen. (Kibri)


Das "Tüpfelchen" auf dem I von Weinert


Firma Weinert bietet umfangreiches Zubehör zur Ausgestaltung des Bahnbetriebswerkes an, die zum Teil ohne große Schwierigkeiten selbst zusammengebaut und farblich gestaltet werden können. Metallfarben von Weinert auch mit Pinsel aufzutragen verleihen auch kleineren Sachen authentisches Aussehen.

 

Das Weinert Schürhakengestell in seiner größten Ausführung Spur 1 auch in kleineren Nenngrößen ein Muß für das Dampflok Bw.
Neben dem Wasserkran auch der Hydranten nicht nur für den Feuerwehreinsatz, auch Dieselfahrzeuge erhalten am Hydranten Kühl- und Heizwasser, ein kleines Relikt, was im Diesl Bw nicht fehlen sollte.
Neben dem Zubehörprogramm bietet Weinert auch ein umfangreiches Fahrzeugprogramm an. Beispiel die Reko 41 DR in HO.
Gealterte "Rawie" Prellböcke im authentischen Aussehen für Abstellgleise im Bw sorgen für einen "stimmigen Gleisabschluß".
Der gute alte Schubkarren in unterschiedlichen Nenngrößen, für Kohle, Lösche, Dreck und sonstiges für den innerbetrieblichen Transport. Man soll sogar Bier damit transportiert haben...
Auch Förderbänder versahen im Bw ihren Dienst an Bekohlungsanlagen von Klein Bw`s oder Lokeinsatzstellen.

 

 

 

 

Was heute auf Paletten transportiert wurde mußte früher auf Schub-oder Handkarren quer durch das Bw Gelände gefahren werden. Bremssohlen, Materialverteilung, kleinere Ersatzteile, Dienstpost auch das Mittagessen kam per Bote wenn die Kollegen den Posten nicht verlassen konnten, z.B. der Lokleiter
Auch die Zufahrtsstraße zum Dampflok Bw sollte authentisch ausschauen. Z.B. als Kopfsteinpflasterstraße mit Gully Deckeln.
...auch bei Weinert finden sich passende Signale...
Für unterschiedliche Gleis Codes die elektrische Gleissperre zur Sicherung von Abstell- oder Zufahrtsgleisen in Bahnhofs-, Rangier-, Anschluß- und Bw Gleisen in HO erhältlich.

 

Im Programm der Firma Weinert finden Sie umfangreiches Zubehör zur perfekten Ausgestaltung Ihres Bahnbetriebswerkes in verschiedenen Maßstäben.


Die Arbeit auf der Dampflok war kein "Zuckerschlecken", täglich "Tonnen von Kohle", Asche, Schlacke wurden bewegt, Ruß, Staub, Öl, Dreck, Schichtdienst, Nässe und Kälte sprechen ihre eigene Sprache. Bandscheiben, Wirbelsäulen, Lungen, Herz und Kreislauf sprachen hier ihre eigene Sprache. Denoch war die Zeit schön, hört man die Alten sagen.


Auch mußte die Stufe eines Lokführers erdient werden.

Lehrling - Schlosser - Reserveheizer - Heizer - Reservelokführer - Lokführer - Oberlokführer - Hauptlokführer - Lokomotivbetriebsinspektor


Auch die Ehefrauen liesen sich gern mit dem Titel Frau Lokomotivbetriebsinspektor ansprechen.



Trafen sich die Frau Lokomotivbetriebsinspektor und die Frau Hauptzugführer beim einkaufen oder im Treppenhaus des Beamtenwohnhauses. "Stell Dir das vor Berta, mein Mann fährt heute einen Schnellzug, sagte die Lokführergattin. Daraufhin die Frau Hauptzugführer, un Dei Mann fährt erst wenn meiner pfeift...".(Preiser - Eisenbahnergattinnen) - ohne weitere Worte


Auch spielte sich das Leben rund um Bahnhöfe oder Bahnbetriebswerke ab. Werks- oder Beamtenwohnhäuser der Eisenbahn Wohnungsbaugenossenschaft waren oft rund um an den Gleisen angesiedelt. Kleine Gärten, Grünanlagen, Spielplätze und auch Nebengebäude wie Waschhäuser, Kohlen-, Holzschuppen oder Hühner- und Kaninchenställe sorgten für Leben. Auch Aborte über den Hof waren keine Seltenheit. Im Kibri Programm findet man ein reichhaltiges Angebot solcher speziellen Wohngebäude.
Ein großer Teil der Familien besaß zur Bewirtschaftung ein Gartengrundstück zur Pacht und Bewirtschaftung. Auch Wiesen, Bahndämme wurden durch Bewohner bewirtschaftet. So war das Bahngelände durch Garten- oder Landwirtschaftsnutzung immer sauber und ordentlich. Die Bahn sparte Unterhaltungs- und Bewirtschaftungskosten, die Familien lebten zum Teil vom Ertrag ihrer Gärten oder von Kleinviehhaltung. Ein kleiner Garten am Bahndamm oder hinter dem Bw sorgt für Auflockerung. (Kibri)

 

Wie sah es im Inneren aus...


Lokschuppen, Werkstätten waren voll mit umfangreicher Technik zur Unterhaltung und Reparatur der Fahrzeuge. Nicht nur "kleinere Unfälle" auch Reparaturen sowie Achstausch, Motorwechsel oder Wechsel der Stromabnehmer konnten in den größeren Bahnbetriebswerken verrichtet werden. Selbst in kleineren Dienststellen gab es neben Untersuchungsgruben, Bockkränen die tägliche Arbeit des Bremsenstellens, der Lokuntersuchung, Abölen oder Wechsel von Hähnen oder kleinen Rohren am Rahmen. Auftauen im Winter, Besanden. Auf Grund der zahlreichen Handwerker und vorhandenen Arbeitskräfte konnten zahlreiche Arbeiten selbst erledigt werden. Meist sind die Lokschuppen im Modell leer, aber zumindestens an den Eingangstüren lassen sich Maschinen, Werkbänke, Spinde postieren. Ein groben Überblick kann man sich lediglich beim Tag der Offenen Tür im Dampflokwerk Meiningen verschaffen, wo es noch etwas ältere Technik gibt, die zur Instandhaltung und Wartung von Lokomotiven benötigt wird. Sicherlich auch das eine andere Foto dabei mit Anlagen die nur im Ausbesserungswerk ausgeführt werden können, denoch soll es als Anregung im Modell dienen.


Bis eine Dampflok so aussehen kann sind zahlreiche Arbeitsschritte erforderlich. Nicht nur Reparaturen auch Hauptuntersuchungen, Wechsel zahlreicher Verschleißteile gehören zu den Arbeiten der Werkstätten. (Weinert Modell)
Blick in die oft dunkel wirkenden Lokschuppen wie hier im Museums Bw Glauchau strahlen ein eigenständiges Flair aus. Nicht nur Lokomotiven, dunkle Böden, Werkbänke, Maschinen, Gruben, Kräne, schummriges Licht und abgestellte Materialien oder Teile vermitteln einen eigenständigen Eindruck.
Bitte nicht nur als Schrott bezeichnen, abgestellte Altfahrzeuge, Ersatzteile, Bleche, Achsen, Rohre die in den Werkstätten jederzeit wieder aufgearbeitet werden können.
Materialwagen unterschiedlicher Zwecke gehörten zum Bw, Flachwagen für Achsen oder Metallteile, E-Wagen für Kohle, Koks, G-Wagen für Stückgüter, Materialtransporte, Kesselwagen für Öl, Diesel oder andere Flüßigkeiten.Diese Wagen pendelten zwischen Werk und unterschiedlichen Dienststellen oder Herstellerfirmen.
Unentbehrlich für den Rangierdienst im Bw war der "Hofhund", eine Kleinlok die Wagen, Lokomotiven im Bw verschob oder zum Bahnhof überführte. Kleinlok des Werk Meiningen.
Altteile zur Verwendung und Aufarbeitung.
Aufgearbeitete und frisch gedrehte Radsätze für Wagen und Lokomotiven. Mit Patina und Teilen aus der Bastelkiste läßt sich hier einiges an Details darstellen.
Spitzenmäßige abgedrehte Radlauffläche eines Dampflokradsatzes. Keine glatte Lauffläche, eine Profilfläche ähnlich wie bei Reifen sorgen für die Wasser, Eis und Schmutzverdrängung. Das Drehen Milimeterarbeit. Auftragungen und Flachstellen verhindern im Laufe der Jahre das "Rundlaufen" der Radsätze.
Schlosserarbeitsplatz, Werkzeug-und Materialschränke, Schraubstock, Werkbank mit schönen Gebrauchsspuren.
Treibradstangen sind ebenfalls bei Dampflokomotiven hohen Belastungen ausgesetzt. Frisch aufgearbeitet werden sie lackiert und später wieder angebaut.
Zahlreiche Maschinen versehen in jedem Werk zuverlässig ihren Dienst, neben Ständerbohrmaschinen, Drehmaschinen, Fräsen, Biegemaschinen, Stanzen gibt es hier einen umfangreichen Maschinenpark.
Ein Blick in die Feuerbüchse. Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen setzen im Laufe des Lebens einer Dampflok mit zu und müßen samt Kessel aufgearbeitet oder getauscht werden.
Der Grundstein für einen neuen Kessel ist gelegt. Heiz-und Rauchrohre und das erste Kesselsegment lassen auf einen Kesselneubau schließen.
Ersatzteilspender oder Altfahrzeuge auch ältere nicht mehr zu reparierende Modellbahnfahrzeuge können hier im Bw Gelände abgestellt werden. Museums Bw Glauchau 2013.
Blick in das Innere einer Diesellok. Reparatur-, Lackierarbeiten an einer "Gartenlaube" des Museums Bw Glauchau 2013.
Maschinen, Anlagen, Arbeitsgeräte im Lokschuppen der Museumsbahn Schönheide. Auch kleine Lokschuppen haben ihren Reiz, so lassen sich hier besonders viele Details darstellen.
Als Feuerwehrspinde deklariert lassen sich diese auch im Lokschuppenanbau oder in Sozialgebäuden unterbringen. (Preiser)
HO Werkzeuge von Preiser zur Ausgestaltung der Werkstatt und Lokschuppen im Detail.
Alles was ein Bw benötigt, Zubehör und Werkzeuge rund um den Lokschuppen. (Preiser)

 

Auch die Feuerwehr kam zum Zug...


Groß Bw`s unterhielten in der Regel eine eigene Dienststelle der Bahnfeuerwehr. Die Bahnfeuerwehr entstammte schon frühzeitig auf Grund spezieller Techniken, Fahrzeuge und Unfallhergänge, die spezifisch auf Grund des Bahnbetriebes abgehandelt wurden. Die Bahnfeuerwehr war entweder rund um die Uhr mit festen Personal besetzt oder es gab Kollegen die im Bereitschaftsdienst und wärend der Arbeitszeit sofort nach Ereignissen ausrückten.

 

Feuerwehrpersonal für den Einsatz als Bahnfeuerwehr von Preiser.
Magirus Feuerwehrauto aus dem Dampflokzeitalter, von Preiser.Die Bahnfeuerwehr gehört dazu.
Dreiständige Feuerwache der Bahnfeuerwehr Faller Modell.
Spritzenwagen der ersten Feuerwehren im Einsatz um 1900 (Preiser).

 

Auch die Bahnpolizei ist auf dem Gelände tätig...

 


Das Bahnpolizei Reglement trat ab 1870 in Kraft. mit Mehrung des Verkehrsflußes erhöhte sich auch die Anzahl der Unfälle, Diebstähle, Schwarzfahrten und besonderen Ereignisse auf Bahngelände. So wurde speziell für den Bahnbetrieb die Bahnpolizei ins Leben gerufen. Nicht nur zum Schutz der Reisenden auch in den Werkstätten und Anlagen traf man die Kollegen. Hauptsächlich sollten Straftaten wie Kohle-, Diesel- , Material- oder Ladungsklau verhindert werden. So waren es nicht nur Nichteisenbahner, auch Eisenbahner die hier und da etwas mitgehen liesen. So war die Bahnpolizei auf dem gesamten Bahngelände präsent, warum auch nicht einmal im Modellbahn Bw den "Kupferklau" verhaften.

(Preiser Bahnpolizist)


Dabei kommt es nicht immer auf die Größe an...


Die Größe eines Bw und die Größe der Anlagen, sowie der Lokbestand wurden auf den jeweiligen Aufgabenbereich zugeschnitten. Dies ist jederzeit auch im Modell mit Ausrichtung zum Thema möglich. Im Modell ist es in der Regel so zahlreiche Lokomotiven, von jeder Baureihe eine, was der Sammlerlaune entspricht, völlig legal. In Natur gibt es eine Beschränkung der Lokbaureihen zum Aufgabenbereich. Oft waren auch in den kleineren und mittleren Bahnbetriebswerken durchschnittlich nur fünf unterschiedliche Lokbaureihen beheimatet. Beim Groß Bw ging es bunt durcheinander, aber auch hier wurde dann zwischen einem Bw für Personenverkehr entschieden z.B. Bw Halle P, Bw Erfurt P und Güterverkehr Bw Halle G und Bw Erfurt G. Trennungen gab es auch zwischen Dampf-, Diesel-, E-Lokomotiven und Triebwagen hier gab es oft auch seperate Schuppen, Werkstätten und Anlagen. Um den Faden weiter zu spinnen gab es bis 1945 noch Teilungen zwischen einzelnen Länderbahnen z.B. Bw Saalfeld das Haupt Bw für preußische und sächsische Lokomotiven und das Bayerische Bw in Saalfeld für Lokomotiven aus Nürnberg, Bamberg, Lichtenfels und Pressig. Auch waren hier im Bayerischen Bw Saalfeld nur Bayerische Lokomotiven beheimatet die ihren Dienst vor Zügen Richtung Pressig, Lichtenfels, Bamberg, Nürnberg versahen. Regelungen sahen auch den Kilometerausgleich vor, so das preußische Lokomotiven des Bw Saalfeld auch Züge nach Nürnberg bespannten und Bayerische im Ausgleich bis Halle liefen.


Unterschieden wurde nach folgenden Richtlinien:


- Groß Bw für Schnellzug- und Personenlokomotiven

- Groß Bw für Güterzug- und Rangierlokomotiven zum Teil Umlaufbedingt

  auch Personenzuglokomotiven

- Groß Bw für alle Arten von Lokomotiven, auch Gastlokomotiven anderer

  Dienststellen

- Getrennte Bahnbetriebswerke im Grenzverkehr unterschiedlicher

  Bahnverwaltungen

- Mittlere Bw`s mit Haupt- und Nebenbahn Verkehr

- Klein Bw`s mit entsprechender Streckenzuordnung z.B. Bw Lobenstein, Bw

  Probstzella

- Lokeinsatzstellen für abzweigende Strecken bzw. Güter- und

   Personenverkehr auch auf Hauptbahnen - Göschwitz, Triptis

- Lokeinsatzstellen für Schiebelokbetrieb auf Gebirgsbahnen zugehörig zu

  einem Groß Bw z.B. DB Cargo Einsatzstelle Probstzella zu DB Cargo Halle

- Lokeinsatzstellen auf Nebenbahnen meist Endbahnhöfe - Katzhütte

- Lokbahnhöfe meist ohne Lokschuppen nur mit Behandlungsanlagen -

  Tankstelle, Kohlebansen, Wasserkran zum wenden und abstellen der

   Lokomotiven

- Personaleinsatzstellen nur Personalwechsel an Güter- bzw. Reisezügen,

  oder kurzfristige Abstellungen der Lokomotiven und Züge


Anhand der Aufstellung und passend zum Thema haben Sie die Möglichkeit aus der Aufstellung auszuwählen und entsprechend der Platzverhältnisse ein Modellbahn Bw zu gestalten.


Wissenswertes zum Thema Lokstation oder Bahnbetriebswerk finden Sie in den Magazinen des VGB Verlages mit sehr guter Darstellung und Beschreibung zum Thema. Nachlesen lohnt sich. Hier finden Sie auch weitere Anregungen zu Produkten, zum Bau und zur Gestaltung.

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Lokstation Leseprobe
Franz Rittig beschreibt in diesem Magazin keine Groß Bw`s sondern beschränkt sich auf kleinere und mittlere Bw`s, wie sie auf jeder Modellbahn sein können.
Hier beschreibt Franz Rittig alle Arten der Bahnbetriebswerke von Groß bis Klein, sowie Anlagen und Abläufe des Betriebes. Sehr detailliert und mit realistischen Sachverstand.
Vom Klein...
...zum Groß Bw alle Anlage unterschiedliche Arten der Bw`s, Produktübersichten und fachkompetente Informationen zum Thema.

 

Neben Anlagen, Gebäuden und Fahrzeugen sollten die Spezialfahrzeuge im Bw nicht fehlen

Für den Bw Verschub und andere Rangierarbeiten wurde eine kleinere Dampf- oder Diesellok eingesetzt. Defekte Lokomotiven, Kohle, Öl, Diesel, Material, Bauzugwagen wurden hier verschoben. Z.B. die Lenz V 36 als Rangierlok im Bw, eine kräftige Lok besonders für schwere Dampflokomotiven die in die Werkstatt kalt gefahren werden müßen.
Einsatz von Niederbordwagen für den Transport von nässeunempfindlichen Gut wie Puffer, Radsätze, Metallbleche. (Roco)
Bahndienstgüterwagen für Nässeempfindliches Gut, Dienstgüter aller Art, Materialkurswagen zur Direktionsbeschaffungsstelle. (Roco)
Zur Versorgung der Dampflokomotiven rollten täglich einige Tonnen Rohbraun-, Steinkohle, Koks, Brikett in das Bw mittels E-Wagen die vom Hofhund bewegt werden mußten. Durchschnittlich 8 bis 10 Tonnen Kohle benötigte eine Dampflok am Tag. Dieser E-Wagen nimmt 10 Tonnen. (Roco)
Auch Kesselwagen waren hier beheimatet als Ölhaveriewagen, Transporte von Fäkalien Abpumpen von Kläranlagen bei Bahnhöfen, Bahnwärterhäusern oder anderen Dienststellen, Wassertransport für Löscheinsatz und Schweröl, Diesel sowie Mineral-und Schmieröltransporte wurden in Unmengen im Bw benötigt. (Roco)
Gerade im Groß Bw unentbehrlich der Krupp Kohlekran aus der Dampflokzeit, der überall in Deutschland zum Teil eingesetzt war. Weinert Modell
Sommerinspektion am Weinert Schneepflug. In Vorbereitung auf den Winterbetrieb wird der im Bw beheimatet Schneepflug Turnusmäßig geprüft und untersucht. Waren doch in den Bahnbetriebswerken und Einsatzstellen zahlreiche Schneepflüge unterschiedlicher Bauart beheimatet. (Weinert)
Je nach Größe des Bw gab es unterschiedliche Bereitschaften. Hier wurden Lokomotiven für den dringlichen Einsatz mit Personalen vorgehalten. Z.B. Hilfszugbereitschaft, Schneepflugbereitschaft, Bereitschaftslok für Güter-und Personenzüge. Heute hat 94 1268 Bereitschaft. (Weinert Modell)
Fast jedes Bw verfügte über einen eigenen Hilfszug für Haverieen und Unfälle. Die Hilfszugmannschaft, Schloßer, Elektriker, Hilfszugleiter haben rund um die Uhr Bereitschaft oder wohnten am Bahnhof um somit schnellstmöglichst zum Einsatz zu gelangen. Ex DR Hilfszug in Zwickau Hbf am 10.06.2016.
Zu den Hilfszügen gab es auch Dienststellen die über den Einsatz einer "Hebamme" verfügten. Hilfszugkran zum eingleisen von Fahrzeugen nach Unfällen. (Roco)
Kleinere und Mittlere Bahnbetriebswerke verfügten über Mobilkräne zur Kohleverladung, auch wurden die Fahrzeuge zur Be-und Entladung von Güterwagen oder LKW verwendet, wenn keine weiteren ortsfesten Krananlagen vorhanden waren. (Busch)
Auch Spezialfahrzeuge der Fahrleitungs- und Bahnmeistereien sind in der Unterhaltung einem bestimmten Bw zugeteilt. So kann es vorkommen das ein ORT ,Skl bzw. Gleisbaumaschine zu Reparaturzwecken abgestellt wird. Besonderheit an dem Bild ist der Einsatz eines ORT vor einem Hilfszug am 26.02.2014 in Regensburg Hbf.

 Wir hoffen Ihnen hier und da einige Anregungen und Informationen "geliefert" zu haben. Wir wünschen viel Spaß beim basteln und gestalten.