Wagengattungen  

ein kleiner (Durch-) Überblick

 

Für Laien ist es schwierig sich unter den Bezeichnungen der unterschiedlichen Wagengattungen einen Überblick zu verschaffen. Wir möchten Ihnen daher hier einen kleinen Überblick verschaffen, der nicht auf Vollständigkeit beruht.

 

Grundsätzlich sind die Wagengattungen international genormt. So weiß jeder beteiligte Eisenbahner das es sich z.B. bei einem "Ea"-Wagen um einen vierachsigen offenen Güterwagen handelt, egal in welchem europäischen Land dieser Wagen gerade fährt. Lediglich die Anschrift der jeweiligen Bahnverwaltung oder auch weitere zusätzliche Funktionen sind aus Nebenbezeichnungen und Anschriften ersichtlich.

 

Neben der 12-stelligen Wagennummer und den zusätzlichen Last- und Raumbezeichnungen, des Wagens wird hier die Wagengattung Eas unterhalb der Wagennummer angezeigt. Hier handelt es sich um einen "Emil" offener Güterwagen, 4-achsig mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h.
Und so schaut das Fahrzeug im Original aus, ein normaler offener Güterwagen in der Fachsprache auch "Emil" genannt. Die Bezeichnung erfolgt nach dem Morse Alphabeth A wie Anton u.s.w.

 

 

Reisezug- und Gepäckwagen

 

Bei Reisezugwagen, ist der Überblick relativ einfach, egal ob Schnellzug, IC oder Personenwagen, ein zweiter oder erster Klasse Wagen hat immer die gleiche Bezeichnung.

 

A wie Anton, Reisezugwagen 1.Wagenklasse ( Kurzbezeichnung A-Wagen)

 

Eurofima Wagen 1.Klasse der SBB, neben der internationalen Bezeichnung A-Wagen, ein weiteres Erkennungsmerkmal der gelbe Zierstreifen über den Wagenfenstern.
Auch hier handelt es sich um einen A-Wagen, IC Großraumwagen 1.Klasse der DB AG.
Auch hier der 1.Klasse Schlafwagen versprach ein angenehmes Reisen in der Epoche IV der Bundesbahn.

 

 

A wie Anton - B wie Berta  Reisezugwagen mit Sitzplätzen 1. und 2. Wagenklasse  (Kurzbezeichnung A / B Wagen)

Der Unterschied lag darin, daß in der ersten Wagenklasse jeweils nur 6 Sitzplätze pro Abteil vorhanden waren und in der zweiten Wagenklasse jeweils 8 Sitzplätze pro Abteil.

 

AB Wagen der DR Bauart Y, im Inneren verfügte der Wagen über 24 Sitzplätze in der 1. und 40 in der 2.Wagenklasse.
Bundesbahnwagen mit erster und zweiter Wagenklasse der Epoche IV Modell der Poppwagengeneration.
Auch die Mariazellerbahn bietet Ihren Fahrgästen ein Sitzplatzangebot in der 1. und 2.Wagenklasse als Schmalspurbahnwagen.

 

B wie Berta - Sitzwagen 2.Wagenklasse (Kurzbezeichnung B-Wagen)

 

Der absolut größte Teil der Fahrgäste wurde und wird in der 2.Wagenklasse befördert, aus diesem Grund bilden auch die B-Wagen ca. 70 - 80 % des Wagenparkes der Eisenbahn.

 

Typischer 2.Klasse Reisezugwagen aus früheren Jahren, der Bi-Wagen, ein 2.Kl.-Wagen mit Einstiegsbühnen an den Stirnseiten wurden in den Personenzügen auf Haupt- und Nebenbahnen mitgeführt.
Personenwagen 2.Kl. einer Schmalspurbahn mit der Gattung "KB" in Bedeutung Kleinbahnwagen 2.Wagenklasse.
Egal welche Bahnverwaltung, B-Wagen, Schnellzugwagen 2.Klasse Bauart Y mit 80 Sitzplätzen.
Etwas mehr Beinfreiheit und Reisekomfort bot der 2.Klasse Schnellzugwagen der Bundesbahn. Mit 72 Sitzplätzen und 9 Klappsitzen auf dem Seitengang.

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Auch C wie Cäsar gab es bis in die 50er Jahre die 3.Wagenklasse -

(Kurzbezeichnung C-Wagen) , Einsatz der 3.Wagenklasse vom Schnellzug bis zum Personenzug, auch S-Bahnen und Vorortzüge führten die 3.Klasse, diese Wagen waren in den Jahren ihres Bestandes durchaus voll besetzt und wurden in hoher Anzahl der Züge geführt. 

 

Sogenannte Holzklasse, Wagen mit Holzbänken und ohne Komfort in der 3.Klasse.
Schnellzugwagen 3.Klasse ermöglichte den einfachen Leuten jener Zeit ein Fortkommen von A nach B ohne großen Komfort, dafür war es billig. Bayerischer Schnellzugwagen aus der DRG Zeit wie er auch in den Schnellzügen München - Saalfeld - Berlin anzutreffen war.
DRG Wagen 3.Klasse, gerade Vorortzüge jener Zeit bestanden aus den "Tausendtürenwagen" in den Großstädten und Industriezentren wurde ein Großteil des Arbeiterverkehres mit diesen Wagen 3.Klasse abgewickelt.

 

 

Bis 1928 gab es sogar die 4.Wagenklasse, sie wurde zum Fahrplanwechsel am 07.Oktober 1928 abgeschafft. Die Vergabe des Buchstaben D wie Dora entfiel zu jener Zeit da die Gattungsbezeichnung mit Großbuchstaben noch nicht eingeführt war. Die 4.Wagenklasse bestand aus hölzernen Wagenkasten, Boden, Holzrahmen und teilweise Kutschenähnliche Bauweise, bevor später etwas Komfort hinzukam, vorerst gab es auch keine Heizung, und nur Stroh am Boden zum Aufenthalt. Diese niedrige Wagenklasse nutzten ausschließlich die "kleinen Leute" jener Zeit, zählte sie doch fast 90 Jahre zum Bestand des Wagenparkes. 4.Klasse Wagen wurden nur in Personenzügen mitgeführt. Um Betteln und Hausieren zu unterbinden wurden auf vielen Strecken der Hauptzug 1. bis 3. Klasse gebildet. Dazwischen kam ein Güter-, Post- oder Gepäckwagen und dahinter wurde die 4.Wagenklasse geführt. Auch wurde das Sitzen auf dem Dach geduldet.  

 

 

Preußischer Personenwagen 4.Wagenklasse in genormter Ausführung.

 

 

D wie Dora, erhielten die Gepäckwagen der Eisenbahn, ihre Kurzbezeichnung "Packwagen". Eine der wichtigsten Wagen bei Güter- und Reisezügen war der Packwagen im Zug. Bis in die 60er Jahre hatte der Packwagen prinzipell an der Zugspitze hinter der Zuglok zu laufen und wurde auch immer wieder am Zugendbahnhof umrangiert aus folgenden Gründen:

1.) Alle eisenbahner wußten der erste Wagen war der Packwagen, somit  

     konnte ein schnelles ein- und ausladen von Gepäck, Kleingut, lebenden  

     Tieren, Post- und Wertsendungen erfolgen

2.) Der Zugführer - der Chef des Zuges - mußte sich auf der Zugführerkanzel  

      an der Zug-, Signal-, Strecken- und Brandbeobachtung beteiligen, er  

      führte hierzu einen Fahrtbericht, Fahrkartenkontrolle erfolgte durch die  

      Zugschaffner 2 bis 5 Kolleginnen od.Kollegen 

3.) Bewachung der Ladung durch einen Ladeschaffner sowie Erledigung der         Ladegeschäfte

 

Mit Einführung der Zugbildungspläne wurden die Packwagen an unterschiedlichen Stellen im Zug eingereiht zugunsten des entsprechenden Rangieraufwandes.   

 

Packwagen der Länderbauart, gut erkennbar an der Stirnseite vorn links, das Fenster für die Zug- und Streckenbeobachtung des Zugführers. Am Endbahnhof mußte der Packwagen sogar gedreht werden und wieder an der Zugspitze eingestellt werden. Vergitterte Fenster sorgten für die Sicherheit des Ladeutes.
Behelfspackwagen der Bundesbahn auf Strecken mit starkem Gepäckverkehr z.B. München - Mittenwald für Sommer- und Wintertouristen. Oder auch zur Einstellung in sogenannte "Päckleszüge" die nur für das Reisegepäck und den Posttransport verkehrten. Z.B. München - Nürnberg - Würzburg - Frankfurt.
Kombinierter Gepäck- und Postwagen liefen in den Schnellzügen München - Saalfeld - Berlin in der DRG Zeit. Auf der Hälfte der Strecke in Saalfeld wechselte das Bayerische Zug- und Postpersonal gegen das Preußische.
Mit dem zunehmenden Wegfall des Posttransportes sowie Verringerung des Kleingutaufkommens bei der Bahn wurden entsprechende kombinierte Sitz- und Gepäckwagen entwickelt und gebaut. Sogenannte BD``s - Sitzwagen 2.Kl. mit Gepäckabteil wie z.B. dieser DR Wagen.

 

 

Kombinationen mit Sitzplätzen 1., 2. und 3.Wagenklasse mit Gepäck-, Post- und Speisewagenabteilen hat es auch schon immer gegeben. Ausschlaggebend hierzu ist der erste Großbuchstabe der Wagengattung. z.B. BD - Reisezugwagen 2.Klasse mit Gepäckabteil sogenannter Kombiwagen.

 

Zweiachsiger CSD Beiwagen in Epoche III Beschriftung. Sitzwagen 3.Wagenklasse mit Gepäckabteil.
Anschriftenfeld Wagengattung CD - 3.Klasse mit Gepäckabteil.

 

 

 

 Sonderbauarten im Reisezug

 

Wie immer erwähnt spielt die Sicherheit der Fahrgäste oberste Priorität im Reisezug, daß sich auch auf den Bau von Speise-, Liege- oder Schlafwagen niederschlägt um Unfälle, Stürze zu vermeiden. Weiterhin auch auf Grund ihrer speziellen Inneneinrichtungen, Küchen und offenen Feuerstellen und ihrer starken Frequentation (Speisewagen).

 

Gründung der Mitteleuropäischen Schlaf- und Speisewagen Gesellschaft 1916 Mitropa 

 

Speisewagen Gattung WR - Wirtschaftswagen Restaurant 

 

Der typische Mitropa Speisewagen, wie er früher in Reisezügen mitgeführt worden ist.

 

Nach 1945 wurde das Unternehmen geteilt, aus der Mitropa der Westsektoren wurde die Deutsche Schlaf- und Speisewagen Gesellschaft DSG.

 

DSG Speisewagen in der Ep.III Ausführung. DSG Wagen liefen nicht auf DR Gleisen auf Grund des Angebotes und der Einnahmen. Man wollte vorallem die D-Mark in die Staatskasse der DDR spühlen.

 

 

Bc - steht für Liegewagen 2.Klasse mit 6 Liegeplätzen pro Abteil - Liegewagen gibt es nur in der 2.Wagenklasse  

 

WLAB - Wirtschaftswagen mit Liegeplätzen 1. und 2.Wagenklasse  Single und Double und mit Aufbettung 

 

 

Im europäischen Zugverkehr wurden die Liegewagen der DR und die Mitropa Schlafwagen eingesetzt.

 

Speisewagen der Bundesbahn "Kakadu" mit Küchenabteil, Speiseraum 1. und 2. Wagenklasse mit bis 200 km/h und Oberleitungsbügel zur Stromversorgung der Aggregate bei Lokwechsel oder Abstellung.

 

IC Speisewagen der Bundesbahn, in den 80er Jahren übernahm die DB die Wagen, die DSG stellte das Personal.

 

 Nach 1990 wurde aus dem Speisewagen das Bistro im Zug

 

Sehr beliebt nach 1990 das Inter Regio Bistro Cafe.
"Doppeldecker Bistro" der SBB nach dem Motto oben sitzen, unten schlemmen.
Bistro im Nahverkehr nach 1995, gerade auf stark frequentierten "Pendlerlinien" wurden in Doppelstockwagen teilweise Bistro``s oder Getränke- und Verpflegungsautomaten eingebaut.
Auch Privatbahnen setzen auf ihren Langstrecken Bistrowagen ein. Z.B. auf der Alex Linie Hof - Regensburg - München - Lindau.
Sonderwagenbauart mit der Gattung DD - Doppeldecker für Autotransporte, Spezieller Güterwagen für Autotransportzüge, bis 140 km/h, mit durchgehender elektrischer Zugheizung und mit teilweise elektrischen Zugschluß zur Verwendung in Autoreisezügen.

 

 

 Auch die Post hat ihre Wagen im Zug

 

Neben der Zusatzbeförderung von Post im Packwagen benötigte die Post seit 1848 bereits schon ihre eigenen Wagen, der Bahnpostverkehr als Begleitdienst wurde 1997 bei der Bahn eingestellt. Vorteil der Bahnpost, die Postkunden konnten sogar auf dem Unterwegsbahnhof ihre frankierte Post dem Postschaffner übergeben oder in einen Briefschlitz einwerfen. Befördert wurden neben Brif- und Paketsendungen auch lebende Kleintiere, verderbliches Gut, Geld- und Wertsendungen. Der Postwagen verfügte im Inneren auch über einen Panzerschrank. 

 

Gattungsbezeichnung - Post  

 

Postwagen der DR wie er bis in die 70er Jahre auf Haupt- und Nebenbahnen eingesetzt worden ist.
DRG Postwagen für den Schnellzugverkehr. Teilweise arbeiteten hier 4-6 Postschaffner zur Sortierung des Postgutes.
ÖBB Postgüterwagen für vorsortiertes Postgut. Briefe, Pakete ohne lebende Tiere, Wertsachen oder Verderbliches wurde in den Postkurswagen befördert. Spezieller G-Wagen die direkt in Güter- oder Eilzügen befördert wurden auf Grund ihrer Geschwindigkeit von V/max. 100 km/h. Besonders in der Weihnachtszeit, auch im grenzüberschreitenden Verkehr DB / DR wurden solche Wagen befördert. Zustellung in Saalfeld im Gleisanschluß Zollpost.
Gerade bei der Bundespost zählte Schnelligkeit. Postzüge mit bis zu 200 km/h zwischen den Wirtschaftszentren waren angesagt. München - Hamburg um 20:00 Uhr gestartet um 05:00 Uhr in Hamburg, konnte die Post größtenteils am gleichen Tag noch zugestellt werden. Planmäßig wurden diese Postzüge mit der BR 103 befördert und rauschten mit 200 km/h durch die Nacht.

 

 

 

Komplizierter wird es bei den Güterwagen, hier kommen die Funktionen bzw. der Verwendungszweck hinzu. Unterschieden wurde auch  

 

 

E wie Emil die Gattungsbezeichnung für offene Güterwagen, früher wurden diese Wagen als O-Wagen bezeichnet (offener Wagen), größtenteils für nässeunempfindliche Massengüter verwendet, mit einer Wagenplane, konnten sogar nässeempfindliche Güter oder Transportkisten aus Holz als Ersatz für gedeckte Güterwagen verwendet werden. 

 

Vierachsiger E-Wagen in Stahlbauweise der DB Schenker AG.
Zweiachsiger offener Güterwagen der DRG Ep.II mit der Bezeichnung O für offenen Güterwagen.

 

 

 F wie Friedrich, offene Güterwagen für Massengüter mit Schüttfunktion 

 

Sogenannte Talbot Wagen führten früher die Bezeichnung O, offener Wagen mit Schüttfunktion z.B. für Kies, Kohle, Kokstransporte. Später ab der Epoche IV wurden sie in die Gattung Fc eingeordnet.
Ein "großer Friedrich", vier- bzw. sechsachsige Schüttgutwagen für nässeunempfindliches Massengut.

 

 

G wie Gustav

 

Gerade für nässeempfindliches Gut, für Viehtransporte oder wertvolles Transportgut wurden die gedeckten Güterwagen mit unterschiedlichen Funktionen und auch Ausführungen beschaft. Besonders für Militärtransporte waren die G-Wagen mit klappbaren Liegen und Kanonenöfen ausgerüstet.

 

Normaler gedeckter Güterwagen mit Lüftungsgittern, Zugschlußhalterungen und einer durchgehenden Hauptluftleitung mit einlösiger Bremse, wie er zu tausenden ab 1910 gebaut wurde.
Gedeckter Güterwagen mit Bremserhaus, Lüftungsgitter, Zugschlußhalterung, ohne Druckluftbremse und durchgehende Hauptluftleitung.

 

 

H wie Heinrich

 

Mit der Modernisierung im Güterverkehr wurden die Schiebewandwagen eingeführt, was den Vorteil hat, das alle Seitenwände geöffnet werden können und Großgüter oder im Volumen umfangreiches Ladegut seitlich ein- bzw. ausgeladen werden können. Was den Vorteil hat das zur Verladung ein Gabelstapler ausreicht und sonst eine teure Krananlage gebaut werden müßte um auf Offene oder Flachwagen zu verladen. Weiterhin geht die Be- und Entladung des Wagens somit auch schneller.

 

Doppelwandwagen können bis zu 70 Tonnen laden, und bis zu 120 km/h schnell fahren, in kürzester Zeit be- bzw. entladen werden.
Gedeckte Autotransportwagen werden ebenfalls unter der Gattungsbezeichnung H geführt.

 

 

 

I wie Ida,  

 

man legte besonders auf das I früher wert, was das "Iiiiiihhhhh" bedeuten sollte wenn Ware oder Lebensmittel verdorben waren. So erzählt man sich in der Legende sei die Bezeichnung für Kühlwagen zustande gekommen.

 

Kühlwagen aus der Länderbahnzeit, hier wurde das Transportgut mittels Kellereis frisch gehalten.
Mit der Einführung der Maschinenkühlwagen, erweiterte sich der Radius der Kühlwagen erheblich im internationalen Verkehr.

 

 

 

L wie Ludwig,  

 

Autotransportwagen offener Bauart

 

Wagenbauart für Autotransporte werden meistens in Ganzzügen zusammengefaßt. Z.B. ab Werk in Richtung Nordseehafen.

 

 

R wie Richard,  

 

Flachwagen für nässeunempfindliches und rollfähiges sowie leichtes Beladegut mit und ohne Rungen. 

 

Der Richard, für alles was nässeunempfindlich ist. Beladung erfolgte mittels Kran, Stapler oder Laderampe.
Beladegut leichte Stahlrohre für eine Erdgasleitung.
Egal welche Epoche, das Einsatzgebiet für einen zweiachsigen Richard.
Typische Lade- und Zugformation für den "Richard" Doppelwageneinheit mit Bretter- oder Langholzladung. Von und zum Sägewerk.

 

S wie Siegfried,  

 

der stärkere Richard für Schwerlasttransporte z.B. Militärverkehr, Stahl, große Steinblöcke, Träger, Schienen.

 

Die Urform des Siegfried z.B. für Militärtransporte, deren Ladung für damalige Zeit schon relativ hoch war.
Die Zeiten ändern sich ein Schwerlastwagen Siegfried mit Bergepanzerbeladung im Jahre 2014.

 

 

T wie Teodor,  

 

Güterwagen für nässeempfindliche Massenguttransporte z.B. Kali, Dünger, Getreide, Futtermittel, Gips (keine Staubgüter), für Futtermittel trägt der Wagen die Anschrift "Getreide" und darf nur für diese Transporte verwendet werden. 

 

Selbstentladewagen mit geschlossenem Dach für Gipstransporte.
Für Düngemittel, Kali und Salztransporte.
Zweiachsige Ausführung der T-Wagen.

 

 

U wie Ullrich,  

 

Staubgutwagen für nässeempfindliches Ladegut in Staubform bzw. stark verkleinerter Form  z.B. Zement, Kohlenstaub, Granulate, Getreide - Wagen wird auf Grund seiner Sonderbauart mit Druckluft be- bzw. entladen.

 

Bekannteste Bauform der "Ullis" ist der zweiachsige Silowagen für den Zementtransport. Beide Achsen müssen hier gleichmäßig beladen werden. Auf Grund seiner geringen Größe und Ladevolumens verschwindet diese Wagenbauart zunehmend.
Vierachsiger Zementsilowagen der ÖBB, angelehnt an eine amerikanische Bauart.
Silowagenset der Firma Solvey, eingestellt bei der ÖBB für den Transport von Chemikalien im Staub- oder Körnerformat für unterschiedliche Produktionsgebiete z.B. in der Zulieferung der Waschmittelwerke Genthin.
Schweizer Silowagen erinnert an die Bauform eines Kesselwagens nur im Inneren ist er anders beschaffen.
Silowagen für Deuka Futtermittel
Auch der Klappdeckelwagen wurde unter der Bezeichnung "Ulli" geführt für den Transport von Kalk, Zement, Gips oder Düngemitteln. Hier wurde technisch beladen und die Ladung mittels Unterrost oder manuel entladen Kran oder Muskelkraft.

 

X wie "Xantippe",  

 

so wie der Name so gefürchtet die Drehschemelwagen für Normal- und Schmalspurbahnen. 

 

Schmalspurige Drehschemelwagen ebenfalls auch als Normalspurige Fahrzeuge im Betrieb dienten bis in die 70er Jahre für Holz- und Langschienentransporte. Sie mußten gleichmäßig beladen werden sowie vorsichtig im Weichen- und Kurvenbereich rangiert werden. Im unbeladenen Zustand waren diese Wagen auf Grund ihres geringen Eigengewichtes sehr zur Entgleisung geneigt. Diese Wagen durften ohne besondere Erlaubnis nicht nachgeschoben werden und wurden in der Regel am Zugschluß befördert.

 

 

Z wie Zeppelin,  

 

Wagen für Gas- und Flüssigkeitstransporte, Diesel, Heizöl, Säuren, Chemische Verbindungen, Teer, Gase, Lebensmitteltransporte u.s.w. kurzum Kesselwagen 

 

Ursprünglichste Bauform der zweiachsige Kesselwagen als Privatbahnwagen oder einer Bahngesellschaft.
Für Weintransporte oder Lebensmittelflüssigkeiten kamen schon zu DRG Zeiten Kesselwagen zur Verwendung.
Mit steigender Industrialisierung wurden die Kesselwagen vierachsig, auf Grund der gefährlichen Schwingungen die beim anfahren und bremsen des Zuges erzeugt wurden, sind die Wagen im Inneren mit Quer- bzw. Längsblechen versehen worden, und ihre Bauform war kurz und gedrungen. Somit konnten nach zahlreichen Meß- und Versuchsfahrten gefährliche Entgleisungen verhindert werden.
DR Knickkesselwagen, durch diese Bauform, konnte der Kesselwagen auch verlängert und vergrößert werden. Somit werden übertragene Schwingungen im Inneren des Wagens durch den in der Mitte sich befindlichen Knick physikalisch ausgebremst.
Vorsichtig rangieren heißt es bei Gaskesselwagen. Auf Grund der explosiven Ladung im Inneren gibt es hier bestimmte Sicherheits- und besondere Bauregeln am Fahrzeug z.B. das Thermo Doppeldach zum Schutz vor Hitze im Sommer. Kesselwagen werden auch immer zügig befördert und be- oder entladen.
Auch das ist ein Gaskesselwagen, zum Schutz vor Unfällen, Kälte, Hitze wurde diese Wagenbauart mit einem Wagenkasten versehen, im Inneren befindet sich ein Gaskessel.
Auch ein Weinkesselwagen älterer Bauart mit einem Wagenkasten wurde der Weinkessel im Inneren versehen, dies hatte auch Gründe zum Schutz der Qualität und gegen Diebstahl. Weinwagen waren beliebte Anlaufstellen für Bahnpersonal und Diebe die ständig Durst hatten. Es gab keine Skrupel Plomben und Verschlüße zu knacken. Der Verschlußwagen hatte Vorhängeschlößer und nur Versender und Empfänger hatten die Schlüßel.
Auch Säuretopfwagen wurden unter der Bezeichnung "Z" geführt. Auf Grund ihrer Kürze und ihrer geringen Last neigten sie zur Entgleisung und waren beim Rangierpersonal gefürchtet. Also vorsichtigst rangieren. Die Säuretöpfe waren aus Ton und beinhalteten Säuren und Laugen der Chemischen Industrie.

 

 

 

Unterschiedliche Wagen mit Sonderfunktionen und Sonderbauarten

 

Im Wagenpark der Bahnen befanden sich auch unterschiedliche Wagen mit Sonderfunktionen  

 

Salon- und Regierungszugwagen

 

Salon- und Regierungszugwagen wurden wie Wagen erster Klasse geführt. Für Sonderzüge galten besondere Fahrpreise 1.Klasse mit Zuschlag und Regierungszugwagen befanden sich entweder im Zugverband eines Regierungszuges oder am Zugschluß planmäßiger Schnellzüge mit besonderer Sicherung. Bei Regierungszügen wurden auch teilweise Vor-, Haupt- und Nachzüge gefahren und keiner wußte wo der oder die entsprechende Person saß. Auf Grund des langen Stillstandes der Wagen und der hohen Unterhaltungskosten wurde diese Wagenbauart abgeschafft.
Der Heizwagen, früher verfügten gerade Schnellzuglokomotiven nicht über eine Dampfheizung, bzw. der Dampfdruck war so gering, daß im Winter die Wagen nicht ausreichend geheizt oder somit Leistung der Dampflok verloren ging. Um den Mangel zu überbrücken wurden Heizwagen gebaut im Inneren mit einem Heizkessel versehen, Heizer,Wasser und Kohle mitgeführt und somit der komplette Zug geheizt. Personenwagen verfügten über eine Ohz (Ofenheizung) und wurden wärend der Fahrt vom Zugschaffner bedient, die Schnellzüge auf Grund ihres Komfort eine damals moderne Dampfheizung. Mit leistungsfähigeren Lokomotiven konnten dann die Züge aber nur zum Teil von der Lok geheizt werden. Bei Zügen über 10 Wagen wurde der Heizwagen am Zugschluß eingestellt und Lok- bzw. Wagen heizten zu gleichen Teilen. Dabei wurde in der Mitte die Dampfheizleitung geschlossen.
Wärend Schlacht- und Nutzvieh im normalen G-Wagen befördert wurden, gab es für Reit- und Turnierpferde spezielle Pferdetransportwagen. Im Inneren mit speziellen gesicherten Pferdeboxen, es konnte ausreichend Wasser und Futter mitgeführt werden. Und ein Begleiter oder Tierarzt hatte ein kleines Abteil im Inneren wärend der Zugfahrt zur Verfügung. Er mußte sogar über einen Fahrschein für Tiertransport verfügen und wurde kontrolliert.
Kopie eines Begleiterfahrscheines aus der DRG Zeit (20er Jahre) z.B. für Tier- oder Pferdetransporte der Königlichen Eisenbahndirektion Erfurt.
Rückseitige Bestimmungen auf dem Begleiterfahrschein der DRG.
Dosto Mittelwagen der SBB
DBz - Doppelstockeinheit der DR zweiteilig.
DBv - Doppelstockeinheit der DR vierteilig.

 

 

 Doppelstockwagen gehören auch heute noch zu den Wagen  

der Sonderbauart.   

 

Doppelstockwagen werden auf Grund ihrer Höhe und Breite des Wagenkastens als Lademaßüberschreitung geführt, So das ihr Einsatz nicht auf allen Strecken möglich ist z.B. Abstand zu Bahnsteigkanten,- Dächern, Tunnelhöhe, Gebäude, Einschnitte, Signalabstände oder andere feste Lichte Räume. Vorteil der Doppelstockeinzelwagen, ihre Züge können sie können bei Bedarf verstärkt oder geschwächt werden. Wärend die Einheiten fest miteinander verbunden sind und im Schadensfall auch die gesamte Doppelstockeinheit ausgesetzt werden mußte. Durch den Einbau der Jakobsdrehgestelle sitzen zwei Wagenkästen auf einem Drehgestell, ihr Einsatz war auch auf Nebenbahnen zum Teil möglich. Einheiten konnten nur durch weitere Einheiten bzw. Einzelwagen verstärkt werden. Beim Einsatz im Vorort- oder S-Bahnverkehr erhielten die DBv Einheiten ein Steuerwagenabteil. So das diese Züge im Wendezugbetrieb gefahren werden konnten. Z.B. im Berufsverkehr der Leuna Werke bei planmäßigen Berufszügen von Halle (Saale) Hbf wurden drei DBv Einheiten mit einer E 42 oder BR 250 bespannt In Großheringen wurde der Zug getrennt, die erste DBv Einheit fuhr dann mit einer V 100 weiter bis Eckardtsberga (Strecke Großheringen - Straußfurt) und die zwei letzten Einheiten wurden abgestellt. Am nächsten Morgen wurde der Zug von Eckardtsberga kommend in Großheringen wieder mit zwei weiteren DBv Einheiten verstärkt. Gesamt hatte dieser Zug ca. 1000 Sitzplätze !!! ab Großheringen und noch ca. 500 bis 600 Stehplätze !!! und dies war ein Berufszug für die Leuna Werke.

 

 

 Kran- und Bauzugwagen

 

Auf Grund ihrer Ladung, Funktion, Länge, Breite, Höhe, Geschwindigkeit werden Bauzugwagen und Kranfahrzeuge ebenfalls als Sonderwagen geführt.

 

Kran mit Kranschutzwagen für den Bahn- und Brückenbau. Einsatz als dringlicher Hilfszug bei Unfällen.
Roco Startset E-Lok mit Kranzug und Begleiterwagen auf der Fahrt zur nächsten Baustelle.
Ladung, Begleiter-, Materialwagen von Bauzügen erhalten immer eine Sonderbehandlung im Rangier- und Zugdienst, vorallem wegen ihrer Geschwindigkeiten.

 

Hilszug der Bahn

 

Für den Einsatz bei Unfällen, Havarien, Entgleisungen werden in bestimmten Bahnhöfen Hilfszüge in ständiger Bereitschaft vorgehalten und Stationiert. Diese Züge haben immer Vorrang vor allen anderen Zügen und werden als "dringlicher Hilfszug" geführt.

 

Einheitshilfszug der DB AG ausgestattet mit Werkzeug, Material, Hilfsmitteln und Mannschaftsabteil bei Unfällen.
Auch die HSB verfügt über einen Hilfszug auf ihrem Schmalspurnetz von 1000 mm Spurweite, bestehend aus Mannschaftswagen mit Steuerabteil und zwei Gerätewagen.

 

Schneepflüge,

zwar handelt es sich bei Schneepflügen der Bahn nicht um Wagen, sondern um schwere Nebenfahrzeuge, sie sollen aber im Fuhrpark einer Modelleisenbahn ihre Daseinsberechtigung haben und werden ja ständig in Bereitschaft gehalten. Mitunter finden sie ihren Abstellplatz auch am Bahnhof oder in Reisezugabstellgleisen.  

 

V 100 der MWB bei ihrem Schneepflugeinsatz am 03.01.2011 in Probstzella.
Im Sommer 2012 war der CD Schneepflug in Reichenberg (Liberec) am Bahnsteig abgestellt.
Abgestellter ÖBB Schneepflug in Saalfelden im Sommer 2004.
Dieser 900 mm Schneepflug gehörte zum Fahrzeugbestand ser Mitteldeutschen Braunkohlegruben im Raum Borna / Espenhain und befindet sich als Museumsstück auf der Meuselwitzer Kohlenbahn.
Aus Dampfloktendern wurden die Schneepflüge der DR Bauart Meiningen gebaut. Auf Grund ihres geringen Lebensalters wurde die Schneepflugbauart von der DB AG von der DR komplett übernommen. Winter 2006, Hof Hbf wärend eines Einsatzes.
Auch die HSB verfügt über Schneepflüge um im Winter ihr Streckennetz befahrbar zu halten.
Schwer im Einsatz war die DB V 100 am 28.12.2010 auf der Strecke von Hof nach Bad Steben, hier gerade in Hof einfahrend.
DB Klima Schneepflug im Einsatz am 28.12.2010.

 

 

 

Weitere Wagengattungen und Sonderbauarten gab und gibt es selbstverständlich noch im Bestand verschiedener Bahnen, hier sollen nur im groben Überblick die Gattung und ihre Verwendung dargestellt werden. Die Originalfotos stammen von Karsten Claus - Saalfelder Lokschuppen und die Produktbilder durften mit freundlicher Genehmigung der Modelleisenbahn München GmbH für die Marken Roco und Fleischmann sowie der Firma Hornby mit der Marke Rivarossi verwendet werden, vielen Dank.