Zugbildungen nach 1990 - die Bahn wird bunt

 

Mit der beginnenden Wende 1990 wurde schnell klar, daß viele Wagenbauarten der DrR und DB nicht mehr lange überleben werden. Auf Grund des "wirtschaftlichen Niederganges" der DDR Volkswirtschaft durch Betriebsschließungen und den damit wegfallenden Berufs- und Pendlerverkehr und die Umstellung auf den PKW Individualverkehr. Auf vielen Strecken brach das Verkehrsaufkommen im Güterverkehr zu 100 % und im Reiseverkehr zu 80 % ein, vielerorts wurde in den Tagesrandzeiten nur "warme Luft" spazieren gefahren, die Zahlen im Berufsverkehr waren ebenfalls auf vielen Strecken nicht berauschend. Auch bei der DB sah es vielerorts nicht besser aus, gerade in ländlichen oder ehemaligen Grenz- und Zonenrandgebieten wurden mit Wegfall der Zonenrand- oder Grenzlandförderung vielerorts ebenfalls zahlreiche Firmen geschloßen und ins Ausland verlegt. Damit waren mitunter für viele Bahnlinien der gleiche Vorgang vorprogrammiert nämlich zunehmende Streckenstillegung, was wirtschaftlich mitunter auch nicht vertretbar war. Ebenfalls Wegzug der Bevölkerung oder Parallelbuslinien zum Zug die billiger waren sorgten für den Abgang der Fahrgäste. Ein politisches Schauspiel das sich durch ganz Deutschland zog. Jeder Eisenbahner, der zur damaligen Zeit im Dienst war kann dies bestätigen. Ein wirtschaftlicher und personeller Strukturwandel zog sich durch beide Bahnverwaltungen zur "schlanken Bahn", mit der Gründung der DB AG zum 01.Januar 1994.

 

Im Jahre 1990 verfügten beide Bahnen über ca. 450 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter heute im Jahre 2015 ca. 250 000 was durchaus auch den strukturellen Wandlungen nach 1990 geschuldet ist, was sicher auch bitter und traurig für den betroffenen Einzelnen war, wenn plötzlich die Dienststelle geschloßen wird und ein Arbeitsplatz im Unternehmen hunderte Kilometer weiter angeboten wird. Menschliche Schicksale waren hier sicher vorprogrammiert. Aber auch die Abhängigkeiten der wirtschaftlichen und finanziellen Seite steht nicht außer Betracht.  

 

Anfang der 90er Jahre wurden bei der DR ein großer Teil der Wagen ausgemustert und abgestellt nicht nur wegen des oben geschilderten strukturiellen Wandels sondern auch ihre Geschwindigkeiten waren nicht mehr Zeitgemäß.

 

Weiterhin änderte sich die Gesetzeslage zum Glück, so das keine Wagen ohne Türverriegelung mehr eingesetzt werden durften, was bei der DR zu zahlreichen Ein- bzw. Ausstiegsunfällen vorallem auch unter Alkoholgenuß führte, da sich die Türen bei der Fahrt mit 120 km/h öffnen ließen. Der Gesetzgeber verlangt das Öffnen im Stillstand und dies auch zurecht. Somit änderte sich die Gesetzgebung komplett, in der DDR war dies keine vordringliche gesetzliche Forderung.

 

Auch das Gewicht vieler DR Wagen war indiskutabel, Wagen hatten ein Eigengewicht von ca. 50 bis 58 Tonnen. Sie waren stabil und robust gebaut ohne Zweifel. Der 4-achsige Rekowagen wog nur 29 Tonnen und überlebte deshalb.

DB Wagen hatten Eigengewichte von 35 bis 45 Tonnen bis auf wenige Ausnahmen man setzte auf Leichtbau, was bei einem 10 Wagenzug zusätzlich bis 100 Tonnen zusätzliches Wagenzuggewicht hervorbrachte. Ausgerechnet auf den Spritverbrauch und sinkende Einnahmen erfordert es hier keines weiteren Erklärungsbedarfes.

 

Ebenso der Bau von Baugruppen und ihre Unterhaltung war mitunter sehr Wartungsaufwendig. Gab es bei der DR noch Wagen mit Westinghouse , Knorr Bremsen die einlösig waren und den mehrlösigen Kunze Knorr, Hildebrand Knorr und Knorr Einheitsbremsen erheblichen Ersatzteil und Wartungsaufwand. Die DB führte bei ihren Wagen die KE-Bremse (Knorr Einheitsbremse) ein und diese arbeitet zuverlässig bis heute. Auch führte der Einsatz unterschiedlicher Bremsbauarten auf Grund ihrer technischen Einrichtung und Steuerung oft zu Bremsstörungen im Zug teilweise schon beim einfachen Lokwechsel.  

 

Ein weiterer Aspekt war die noch zum Teil verbreitete Dampfheizung bei Reisezügen die durch die Abstellung der BR 118 der DR entbehrlich wurde, da es hier in einem Wagen zwei Heizungssysteme gab die ebenfalls einen doppelten Unterhaltungsbedarf aufwiesen. Dampf - und E-Heizung.  

 

 Ein sehr authentisches Zugset jener Zeit nach 1990 ist das Piko HO Set mit der BR 219 sowie zwei Bundesban Bm Wagen und einem DR Rekopackwagen mit "DB Keks" wie sie zwischen Sonneberg und Meinigen sowie Sonneberg - Probstzella - Saalfeld verkehrten. 

 

 

Bei der DR

 

Rekowagen der DR 2 und 3 Achsig 

 

- V/max. 90 km/h

- teilweise noch mit einlösigen Bremsen ausgestattet

- Kunststoffbremssohlen

- wenig Fahrkomfort, harte Federung  

- nur auf DR Gebiet einsetzbar

- Unfallgefahr durch Schiebetüren - Änderung von Gesetzeslagen

- keine Türverrieglung  

- nur 2.Klasse-, Post- und Gepäckwagen 

 

Im Modell rollen sie noch die DR Rekowagen in HO von Piko.

 

 Güterzugbegleitwagen im Reise- und Güterzugdienst

 

Mit den Rekowagen verschwanden gleichzeitig die PwG`s der DR mit Wegfall des Nahgüterzugdienstes und geringerem Wagenbedarf auf Nebenstrecken.

 

- V/max. 90 km/h

- Ofenheizung

- kein Übergang wärend der Zugfahrt vom Gepäck- zum Reisezugwagen  

   (Sicherheit)

- teilweise einlösige Bremsen

- offene Laderaumtür wärend der Fahrt (Sicherhei)

- keine Ersatzteile

- nur auf DR Gebiet einsetzbar

 

PwG 9404 von Piko in HO

 

Lowa Wagen der DR

 

- V/max 120 km/h

- kein Einsatz in Schnellzügen auf Grund von Schiebetüren - Änderung der  

   Rechtslage 

- Bremsbauart Hildebrand Knorr sehr Wartungsaufwendig und sehr  

   störanfällig

- teilweise Kunststoffbremssohlen

- wenig Fahrkomfort, harte Federung

- nur auf DR Gebiet einsetzbar

- Unfallgefahr durch Schiebetüren - Änderung von Gesetzeslagen 

- keine Türverrieglung   

- 2.Klasse und Steuerwagenausführung

- Sonderlackierung blau / gelb S-Bahn Leipzig

 

Tillig TT Lowa WAgenset Steuer- und Durchgangswagen der DR

 

 

DR "Mod Wagen" mit und ohne Schürze

 

- V/max. bis 140 km/h

- Ausmusterung durch Wegfall vieler Eil- und D-Zugverbindungen der DR

- teilweiser Einsatz im internationalen Verkehr bis 1990

 - Unfallgefahr durch Schiebetüren - Änderung von Gesetzeslagen - keine Türverrieglung  

- Wagentyp sehr unterhaltungsaufwendig

- 1.Kl. / 1.+2.Kl. / 2.Kl. / Buffetwagen / Ganzgepäckwagen

- Wagenzuglänge 21,3 m

- nur Abteilwagen 

 

DR Modernisierungswagen mit Schürze HO Piko Modell.

 

 

DR Doppelstockgliederzüge und Einzelwagen

 

Auf stark frequentierten Strecken der DR waren sie unterwegs teilweise bis zu 13 Teilen vorallem im Fernberufsverkehr nach Berlin bis zur Einführung der Städte Schnell- und Expreßzüge der DR. Schon in den 80er Jahren wurden sie dann im Berufsverkehr in Leuna, Buna, Halle, Leipzig, Bitterfeld und der Wismut eingesetzt.

 

- V/max. 120 km/h

- großer Nachteil der Einheiten bei Reparaturen oder Störungen an einem  

  Wagen mußte die gesamte Doppelstockeinheit ausgesetzt werden, was zu  

  Zugausfällen bzw. zu zusätzlicher Vorhaltung weiterer  

  Doppelstockeinheiten führte

- bis in die 90er Jahre gab es bei der DB keinen Einsatz von  

  Doppelstockwagen bis auf die ehemaligen Wagen der Lübeck Büchener  

  Bahn die vorallem im Raum Hamburg und Bremen verkehrten

- aus wirtschaftlichen Gründen erfolgte kein Neubau dieser Wagenbauart  

  bei der DB

- sehr Unterhaltungsaufwendig und nur in speziell dafür vorgesehenen  

   Werkstätten der DR möglich

- Beförderung pro Einheit ca. 500 Personen sitzend und 200 stehend

- Einsatz bei Großveranstaltungen, hier wurden mit 2 Einheiten ca. 1000  

  Personen befördert  

-  Unfallgefahr durch leicht zu öffnende Schlagtüren - Änderung von  

  Gesetzeslagen  

- keine Türverrieglung   

- nur 2.Klasse

- Sonderbauarten als Einzelwagen Post-, Gepäck- und Speisewagen 

 

 

Doppelstockgliederzug in 1:120 von Kres im Berufsverkehr.
"Sputnik" nach Nauen - DR Doppelstockgliederzug im Einsatz auch im Vorort- und S-Bahnverkehr oder rund um Ballungszentren der DDR. Kres Modell 1:120
Der HO Piko Gliederzug in seiner gesamten Länge im Einsatz von Johanngeorgenstadt nach Stralsund im DR Ferienverkehr

 

 

Zwei- und vierteilige DR Doppelstockeinheiten DBz und DBv

 

- V/max 120 kmh/h  

- großer Nachteil der Einheiten bei Reparaturen oder Störungen an  

  einem Wagen mußte die gesamte Doppelstockeinheit ausgesetzt  

  werden, was zu Zugausfällen bzw. zu zusätzlicher Vorhaltung  

  weiterer Doppelstockeinheiten führte

- Einsatz im gesamten DR Gebiet mit und ohne Steuerabteil

- bevorzugter Einsatz im Berufsverkehr, Beförderung von ca. 400  

  Personen mit einer vierteiligen Einheit

- zweiteilige Einheiten zwischen Erfurt und Schleusingen im Einsatz

  auf Grund der Steigung, es konnten aber immerhin ca. 300  

  Personen befördert werden mit einer Einheit vorallem in der  

  Wintersaison

- Ausmusterung der 2-teiligen Einheiten bis 1993

- 4-teilige Einheit bis ca. 1995 im Einsatz

-  Unfallgefahr durch Schiebetüren - Änderung von Gesetzeslagen -  

   keine Türverrieglung   

- nur 2.Klasse mit Traglastenabteilen 

 

Der "vierteilige DR Doppelstockzug" mit Steuerabteil, wie er noch bis Mitte der 90er Jahre verkehrte.
Tillig TT DBz Einheit der DB AG Ep.V

 Einige Doppelstockeinheiten der DR bekamen noch ihre Umzeichnung in Epoche V Fahrzeuge und liefen bis 1994 im Dienst.

 

"Halberstädter" Seitengangwagen der DR Ep.IV in Lackierung der Städteexpresszügen, diese wurden bis Mitte der 90er Jahre sogar auf Nebenbahnen eingesetzt. - Tillig Modell

 

Schnellzugwagen Bauart Y der DR

 

Ziehmlich schnell verschwanden die Y-Wagen der DR aus dem Betrieb aus erwähnten Gründen durch Wegfall vieler klassischer Eil- und Schnellzugverbindungen und durch den Einsatz von DB Schnellzugwagen auf vielen neuen Verbindungen. 

 

- V/max bis 140 km/h

- Vorwiegender Einsatz im internationalen Verkehr

- Gebaut für die "Ewigkeit" sehr stabil aber sehr schwer Wagengewicht 55  

  Tonnen !!!

- Teilweiser Einsatz im Nahverkehr bis zur Ausmusterung

- Öffnung der Türen wärend der Fahrt möglich - keine Türverriegelung

- Wagenzuglänge 24,5 m 

- 1.Kl. / 1. + 2.Kl. / 2.Kl. / Speise-, Schlaf-, Liege-, Postwagen 

 

 

Tillig TT Reisezugwagen DR Bauart Y

 

Der vierachsige Rekowagen ersetzte ab 1990 viele DR Wagenbauarten

 

Auf Grund der einfachen und kostengünstigen Unterhaltung überlebte der 4-achsige Rekowagen der DR auf einigen Strecken bis Mitte der 90er Jahre und wurde dann von den moderneren Reisezugwagen bzw. VT 628 abgelöst.

 

- V/max 120 km/h

- kein Einsatz im internationalen Verkehr möglich

- einzigster DR Leichtbauwagen mit 29 Tonnen Eigengewicht

- geringe Länge 18,7 m dadurch Einsatz auf vielen Nebenbahnen

- Öffnung der Türen wärend der Fahrt möglich - keine Türverriegelung

- bis Anfang der 90er Jahre Einsatz auch im Schnellzugdienst

- Sonderbauarten als Kombiwagen Sitz- / Gepäck BDghwse und  

  Speisewagen WR

- Einsatz noch mit Epoche V Beschriftung "DB Keks"

- Modernisierung der Kombiwagen ab 1987

- Speisewagenlackierung braun / elfenbein und orange / elfenbein bei  

  Städte Express

- 2.Kl. / Kombi- und Speisewagen 

 

Tillig TT Rekowagenset
DR Reko Speisewagen der Mitropa in HO von Tillig
Reko Speisewagen für den Einsatz im Städte Express Verkehr in HO von Tillig.

 

TT Rekowagen DB AG von Tillig

 

Bis ca.1994 waren noch sehr viele DR Rekowagen auf den Haupt- und Nebenbahnen in den neuen Bundesländern im Einsatz, bevor sie von Triebwagen abgelöst wurden.  

 

 die "letzten Y-Wagen".....

 

Im Nachtzugverkehr als Liege-, Schlaf- bzw. Speisewagen wurden die Bautzner Y-Wagen noch bis 1995 eingesetzt. Mit dem abflauenden Nachtzugverkehr und der Einstellung vieler Nachtzugverbindengen sowie Einführung der Inter Regio Züge mit Bistro Abteil verschwanden die "Ypsiloner" über Nacht aus dem Fuhrpark. Einige erlebten noch die Umzeichnung zur DB AG.

 

Einsatz auf den klassischen Nachtzugstrecken zwischen DR und DB Gebiet vor der Grenzöffnung überlebten einige Y-Wagen. Z.B. Berlin - München Ost, Berlin - Salzburg in den Autoreisezügen der DB AG die bereits schon vor 1989 verkehrten. Tillig Modell

 

 

bei der DB 

 

Auch bei der Deutschen Bundesbahn wanderten zahlreiche Wagen in die Abstellgleise

 

Mit der Einführung neuer Inter City, Inter Regio und Schnellzugverbindungen sowie Änderung der Bewirtschaftung durch die DSG in Mitropa und Einführung von DB Nachtzugverbindungen wurden hier zahlreiche Wagen abgestellt.

 

 

3-achsiger DB Umbauwagen

 

- V/max. 90 km/h

- Nachkriegsbauart vorrangiger Einsatz auf Nebenbahnen

- Einsatz bis 1992  

- Auslauf keine Ersatzteile

- Einsatz VT 628 auf Nebenbahnen

- 2.Klasse / 1. und 2.Klasse und Sitz Gepäckwagen 

 

 

DB Umbauwagen in HO und N von Fleischmann.

 

 

4-achsiger DB Umbauwagen

 

- V/max. 120 km/h

- Einsatz auf Haupt- und Nebenbahnen als Eil- oder Nahverkehrszugwagen

- Einsatz bis 1992

- Einsatz dieses Wagens auch im Reiseverkehr nach der Grenzöffnung  

- Auslauf keine Ersatzteile

- Einsatz VT 628 auf Nebenbahnen

- 2.Klasse / 1. und 2.Klasse und Sitz Gepäckwagen

 

DB Umbauwagen 4-achsig von Fleischmann

 

 Mitteleinstiegswagen der DB

 

- V/max. 120 km/h

- Einsatz als Schnell-, Eil-, Nahverkehrswagen

- Einsatz bis 1992

- Wagen verkehrte als Zusatzschnellzug D 1500 / D 1501 Nürnberg - Saalfeld - Gera

- Einsatz dieses Wagens auch im Reiseverkehr nach der Grenzöffnung  

- Auslauf keine Ersatzteile

- Einsatz VT 628 auf Nebenbahnen im Nahverkehr 

- 2.Klasse / 1. und 2.Klasse und Sitz Gepäckwagen mit Steuerabteil

 

Das Modell des Sitz-, Gepäckwagen mit Steuerabteil von Fleischmann des DB Mitteleinstiegwagens.

 

 DB Behelfspostwagen

 

Mit Wegfall des Gepäck- und Expressgutverkehres wurden auch dies Wagen der DB ausgemustert.

DB Behelfspackwagen in HO von Roco.

 

  

 Speise- und Schlafwagen der DSG

 

Mit der Vereinigung der DB und DR zur DB AG vereinigten sich die DSG und die Mitropa wieder zur Mitropa wie bis 1949. DSG = Deutsche Schlaf- und Speisewagengesellschaft.

Später wurde dann die DB Nachtzug Gesellschaft und das DB Catering gegründet mit Einführung von Bord Bistro und ICE Speisewagen.

 

- V/max. bis 200 km/h  

- Klassische Bewirtschaftung der Schlaf- und Speisewagen

- Abstellung der Wagen durch Neueinführung IC, IR, ICE und weiteren  

  Ausbau

- DB Nacht- und DB Autozug im Nachtverkehr

- Einsatz in ganz Europa

- Abstellung ab 1992

- DDR / BRD Verkehre wurden von der Mitropa bewirtschaftet

 

Fleischmann DSG Speisewagen
Trans Europa Nacht die Schlafwagenflotte der Deutschen Bundesbahn von Fleischmann.

 

 

 

Änderungen + Anforderung an Reisezugwagen nach 1990

 

- V/max. ab 120 km/h bis 200 km/h je nach Bauart

- Wagenlänge 26,4 m

- Eigengewicht maximal 50 Tonnen pro Wagen

- UIC Fähig - Einsatz im internationalen Reisezugverkehr

- nur Elektrische Heizung

- Türblockierung wärend der Fahrt

- nur noch Wagen mit zweiachsigen Drehgestellen

- Neubauwagen mit geringem Wartungs- und Unterhaltungsaufwand

- Einsatz von Doppelstockwagen auch in den alten Bundesländern

- Wagenzuteilung zu DB Nah- bzw. Fernverkehr

- Austausch der Bahnverwaltungskennzahl "50" DR gegen die "80" der DB in  

  der Wagennummer

- Überkleben der DR und DB Symbole am Fahrzeug mit Aufkleber der DB AG

- Gemeinsamer Fahrzeugpark durch relativ große Langläufe der DB und DR  

  Wagen

- Mischung in den Zügen mit unterschiedlichen Fahrzeugen und  

  Farbvarianten

- Einsatz auch von Wendezügen und Steuerwagen im Fernverkehr

 

 

Erste Farbgebung im Nahverkehr der DB AG war mintgrün 

 

Mintgrüne "Halberstädter" im April 2002 in Gera Hbf abgestellt.
"Halberstädter" in DR Farbgebung 2002 in Gera Hbf.

 

 

Im Fernverkehr Orientrot

 

Sommer 1998 orientroter IC Steuerwagen in Probstzella IC München - Berlin.
Am 28.02.2004 der IC München - Berlin "ganz in weiß" bei der Durchfahrt in Förtschendorf.
Ostern 2000 in Kochel am See, Nahverkehrszug aus München mit verkehrsroten und mintgrünen "Silbervögeln" der DB sowie der verkehrsroten E-Lok BR 139 mit Latz.
IC Berlin - München Interregio und weiße IC Wagen bunt gemischt im Zug. (Saalfeld)

 

 

 Der Nahverkehr setzt auf  - Doppelstockmittelwagen,

 

Gerade in Ballungsräumen und bei Großveranstaltungen gibt es für den Nahverkehr keine bessere Alternative als den Doppelstockwagen mit seinen unterschiedlichen positiven Eigenschaften

 

- ein Wagen ca. 130 Sitzplätze entspricht ca. 1,48 Reisezugwagen

- pro Wagen zwei Einstiege mit Stellplatz für Fahrräder,  

  Kinderwagen und Rollstühle

- zusätzlich zwei Fahrradabteile im Zug

- teilweise eingebaute Snack- und Kaffeeautomaten

- Klimaanlage

- tiefgelegte Einstiege Vorteil für schnellesnund zügigen  

  Fahrgastwechsel

- Rampe am Steuerwagen für problemloses ein- und ausladen der  

  Rollstühle

- auf hochfrequentierten Strecken z.B. Treuchtlingen - München  

  über Ingolstadt bzw. Augsburg - Pendlerzüge mit 10 !!! 

  Doppelstockwagen was bei Vollbesetzung und Stehplätzen ein  

  Transportvolumen von ca. 1500 !!! Fahrgästen beträgt

- Leichtbauweise und sehr leise Laufeigenschaften

 

1./2. Kl., Bauart DABpza 758 der DB AG, Ep VI. von Fleischmann Einsatz der Fahrzeuge z.B. im Raum Stuttgart und in Hessen

 

 

 ....auch wurden ehemalige DR Doppelstockwagen modernisiert

 

Grundmodell des DR Doppelstockwagen aus den 60er Jahren HO Piko DR Ep.IV.
Der dazugehörige DR Doppelstock Steuerwagen von Piko DR Ep.IV

 

DR Doppelstock in mintgrün - Piko
Steuerwagen in mintgrün - Piko
In Verkehrsrot der DR Doppelstockwagen - Piko
Umgebauter Steuerwagen ex.DR in verkehrsrot - Piko

 

 

 Mitt der 90er Jahre begann man den ehemaligen DR Doppelstock Steuerwagen umzubauen um etwas zeitgemäßes Ambiente in die über 30 Jahre alten Fahrzeuge zu bringen.

 

- Veränderung der Kopfform des Steuerwagens

- Einbau der 1.Wagenklasse

- Fahrrad- und Rollstulabteil

- Behindertengerechts WC

- Einbau eines Dienstabteiles mit Sprechstelle für den Zugbegleiter

- elektronische Zugzielanzeige

- Ausstattung mit Reisenden Info System

- keine Klimaanlage

- weiterer Fortbestand der DR Doppelstockwagen damit Ausmusterung der  

  Rekowagen ab 1994, Einsatz auch auf Nebenbahnen 

 

 Modernisierung der "Halberstädter"

 

Ebenso wie die Doppelstockwagen wurden die "Halberstädter" modernisiert

 

Mitteleinstiegswagen Bauart "Halberstadt" der DR Ep.IV - Tillig

 

Seitengangwagen Bauart "Halberstadt" DR Ep.IV - Tillig
Modernisierte "Halberstädter" mit Mitteleinstieg ab Mitte der 90er Jahre im Einsatz - Tillig
Umgebauter und modernisierter "Halberstädter" Seitengang-Abteilwagen mit Gepäckabteil - Tillig

 

Für den Nahverkehr gab es bei der DR nur zwei Steuerwagenbauarten (Dosto + Lowa Wagen) die leider den geforderten Geschwindigkeiten von V / max.140 km/h bau- und bremstechnisch nicht entsprachen. Somit entschloß man sich aus den "Halberstädter" Mitteleinstiegswagen im AW Wittenberge den "Wittenberger Kopf" zu entwickeln, der dann bundesweit bei DB Regio eingesetzt wurde. Das größte Problem der "Halberstädter" war und ist der enge Einstiegsbereich was zu Problemen bei Kinderwagen, Rollstühlen und Fahrrädern führt, ebenso die Höhe der Einstiegstüren über dem Bahnsteig. Der "Wittenberger Kopf" war ca. 2009 im Programm der Firma Roco wird aber derzeitig nicht hergestellt. 

 

"Wintenberger Kopf" aus dem ehemaligen Mitteleinstiegswagen der DR modernisiert, hier in Hannover Hbf.

 

 

 ....der "Halberstädter2 sollte ebenfalls modernisiert werden

 

Das PFA in Weiden (Oberpfalz) modernisierte in den 90er Jahren einige "Halberstädter" zum sogenannten "PUMA Wagen" der DB AG. Auf Grund des zunehmenden Einsatzes von Doppelstockwagen wurde der Bau dieser Wagen wieder eingestellt. Ihr Standort ist Würzburg Hbf, von hier werden bzw. wurden die Wagen zwischen Nürnberg - Würzburg - Frankfurt und Würzburg - Bamberg eingesetzt. Die Modelle wurden von der Firma Gebrüder Fleischmann im Jahr 2000 auf den Markt gebracht, werden aber nicht mehr hergestellt.

 

Abgestellte PUMA Wagen in Würzburg Hbf am 03.08.2008.

 

Steuerwagen voraus RE Frankfurt - Würzburg am 31.07.2013 in Lohr am Main.

 

Noch einige Vorbildfotos der Züge aus jener Zeit, die heute fast 20 Jahre später auch schon Eisenbahngeschichte schreiben.

 

Bis Mitte / Ende der 90er Jahre standen vereinzelt noch ausrangierte alte Wagen auf Bahnhöfen abgestellt wie der alte 3-achsige DR Rekowagen des Bww Saalfeld 1996 im Bahnhof Könitz.
Museums- und Nostalgiezüge mit Wagen in verkehrsrot, ein Aufschrei ging durch die Fangemeinde.
So schnell wie er kam, so schnell verschwand er wieder dr Interregio, einer der beliebtesten Züge nach 1990 hier 1994 in Döbeln Hbf von Berlin nach Chemnitz.
Altrote 143 143 mit mintgrünem Doppelstock RB Naumburg-Halle 1997 in Großkorbetha.
IR Wagen, weißer IC Speisewagen als IC von Dresden nach Hannover 1997 in Oschatz.
Viele Strecken verdankten ihr Überleben auch dem Einsatz der Triebwagenzüge. Denn nach Rückgang der Fahrgastzahlen durch Individualverkehr und Schließung der Betriebe fuhr man oft nur noch "warme Luft" spazierebn. Auch wenn es manchmal nachteilig war der Triebwagenverkehr, so hat er auch Vorteile. Ausfahrt des VT 642 von Erfurt nach Nordhausen 1997 in Straußfurt.
Kurz nach der Wende wurde der Überbestand an DR E-Lokomotiven auf ganz Deutschland verteilt. ZB. die BR 143 mit ca. 20-25 Jahren sehr jung, damit wurden fast 50-jährige DB Maschinen ersetzt. 143 805 mit RB von Köln nach Koblenz am 01.05.2004 in Linz am Rhein.
143 060 mit Latz in der DR Nachwendelackierung hier am 01.05.2004 in Linz am Rhein mit RE Köln-Koblenz.
143 102 in altrot am Rhein im Jahre 2004 bei der Ausfahrt in Linz a.R. mit RB Koblenz - Köln.
So wie vielen deutschen Fahrzeugen erging es auch dem Wagen- und Lokomotivpark vieler ausländischer Bahnverwaltungen wie hier den CD Fahrzeugen 1996 in Eger, die in der alten Posthalle zum Teil abgestellt worden sind.
Das Zauberwort hieß Wendezug, nach der Wende wurden viele Lokomotiven und Wagen wenn noch nicht vorhanden mit Wendezugsteuerung ausgestattet. BR 234 des Bw Görlitz und der "Wittenberger Kopf" als RE in Zittau nach Dresden 1996.
Auch die V 100 der DR wurde "aufgehübscht" in verkehrsrot und weißen Stirnfrontecken die 204 535 in Zittau 1996 mit einem mintgrünen Wagen als "Bummler" nach Bischofswerda.
Der Schichtzug von Weißenfels nach Zeitz im Herbst 1995 im Bahnhof Prittiz, früher eine BR 118 oder 110 mit 6-8 Rekowagen durchschnittlich 350 Sitzplätze und 1995 genügt der "Sperrholz ICE" für das Fahrgastaufkommen.
Fehlende oder verstärkende Bundesbahnwagenumläufe konnten nach 1990 leicht mit den Überbeständen aus DR Wagen ausgeglichen werden. Z.B. im RE Umlauf Hof-Würzburg liefen ex.DR Wagen der Bww`s Zwickau und Karl-Marx-Stadt und wurden kurzer Hand nach Hof umbeheimatet. 1996 Re Würzburg-Hof in Neuenmarkt-Wirsberg.

 

Auch der alte Bundesbahn VT 614 wurde nochmals modernisiert. VT 614 auf seiner Fahrt von Markt Erlbach nach Fürth im Jahre 1995.
Die Nürnberger 52 mit ihrem Sonderzug 1995 von Fürth nach Markt Erlbach und umlackierten sowie umbezeichneten DB Wagen in Langenzenn.
Wagenüberführung 1998 der verkehrende "Schrottzug" wie er genannt wurde vom AW Delitzsch nach Nürnberg und weiterer Wagenlauf nach Stuttgart und München mit einer bunten Zugzusammenstellung.
Nahverkehr 1999 in Wurzbach, tägliche Zugkreuzung der VT 642 zwischen Saalfeld und Blankenstein.
Auch die Bundesbahn 218 erlebte nochmals einen zweiten Frühling. 218 294 mit einem Leerzug 18.07.2004 in Koblenz.
Sonderzug Passau-Berlin 1999 bei der Ausfahrt in Saalfeld mit der Dampflok der Passauer EFR 01 0533 mit Piko Werbung.
Nach dem 01.01.1994 wurden auch noch einige zweiteilige DR Doppelstockeinheiten des Bww Erfurt die vornehmlich zwischen Erfurt und Themar und Erfurt - Saalfeld verkehrten noch umgezeichnet. Ihr Leben bei der DB AG währte nicht sehr lang 1995 waren schon einige hier in Arnstadt abgestellt.
Auch der aus den 70er Jahren stammende "Mod-Gepäckwagen" des Bww Gotha landete 1995 auf dem Schrott in Arnstadt.
Eine ganze Leine ausgedienter Wagen des Bww Erfurt und Gotha waren 1995 hier abgestellt, sogar ein Heizwagen des Bww Gotha.
Regulärer Verkehr wärend der Lokparade 1997 in Arnstadt, Lok 202 527 mit RB Erfurt - Ilmenau.
219 053 mit RE Erfurt - Saalfeld
232 134 mit IR Berlin-Würzburg-Stuttgart
Frisch aus dem AW die BR 218 und ihre zwei roten "Halberstädter" 1998 in der Wochenendabstellung in Cranzahl.
Auch einige Bügelfalten 110er der Bundesbahn wurden noch auf Wendezugsteuerung umgebaut wie die 110 509 aus Dortmund hier mit RB Koblenz-Köln in Linz am Rhein 01.05.2004.
Eintägiger Umlauf 1998 Nürnberg-Saalfeld, 143 172 in Probstzella planmäßige ICE Überholung.
Mit Einzug der E-Lok BR 143 im S-Bahn Netz Nürnberg wurde die S-Bahn 141 der DB langsam verdrängt und sie kam mit in die planmäßigen 141er Umläufe des Bw Nürnberg 1. 141 436 mit RB Lichtenfels - Sonneberg am 24.12.1965 in Coburg.
Mit dem IC Steuerwagen voraus, ging es am 03.Dezember 1996 mit dem IC "Therese Giese" nach Berlin, hier beim planmäßigen Halt in Lichtenfels.
Wenn auch das fotografische Interesse der 99 786 in Oberwiesenthal galt, so wurden auch die Schmalspurwagen der DB AG etwas bunt verziert um Fahrgäste anzulocken. Verständlich galt doch in jener Zeit das Interesse nicht der kleinen Züge. Waren andere Dinge von enormer Wichtigkeit.
Ein DBmq (Doppelstocksteuerwagen) eine 118 C`C, zwei Fahrgäste, ein Zugführer, ein Lokführer so ging es im November 1994 von Saalfeld nach Blankenstein. Der Menschenauflauf am Bahnsteig galt einem Dampfsonderzug der aus der Gegenrichtung erwartet wurde, wärend die nachfolgende RB nach Triptis über Ziegenrück leer den Bahnhof Lobenstein verlies.
Die Ablösung für viele lokbespannte Züge kam recht schnell mit der Fahrzeugeinführung des VT 628, der recht schnell im Raum Saalfeld auf den Strecken nach Blankenstein, Katzhütte, Arnstadt und Leipzig über Gera eingesetzt wurde. Auf Grund der geringen Fahrgastzahlen nach 1990 war deren Einsatz durchaus gerechtfertigt auf vielen Strecken.Wenn man bedenkt, daß vielerorts nur "warme Luft" spazieren gefahren wurde.
Der "Eisenberger Esel" im Februar 1998 in Crossen (Elster) abgestellt. Das Ende bereits in Sicht. 219 027 mit einem Abteilwagen und einem BD. Am Abend fuhr der Zug noch zweimal hin und her mit insgesamt 4 Fahrgästen !!!!
Auf der "Berkschen Bimmel" VT 772 mit Steuerwagen als RB von Kranichfeld nach Weimar im Bahnhof Bad Berka im April 1998.
Im Sommer 1994 im Bahnhof Wittlich 110 443 von allem etwas am Zughaken. Oceanblau, verkehrsrot, mintgrün.
Auch Nostalgiesonderzüge waren nach 1990 stark gefragt. Der Orient Express auf einer Sonderfahrt von Coburg nach Nürnberg in Lichtenfels Sommer 1998.
Durchfahrender IC München - Berlin im Bahnhof Steinbach am Wald Sommer 1995.Wagenzug bestehend aus IC und IR Wagen.
Mit dem Städteexpress nach Lobenstein, BR 219 ein Städteex-Wagen und ein Bm Wagen der Pendlerzug am Nachmittag Sommer 1996i n Saalfeld ausfahrend.
Nachdem die Bundesbahn Schienenbusse Anfang / Mitte der 90er Jahre abgestellt worden sind, wurde auch der Verkehr auf vielen ehemaligen DB Nebenstrecken etwas modernisiert. Z.B. V 100 mit mintgrünen Wagen als neuzeitliche Zuggarnitur. 211 039 mit einem Wendezug am 03.12.1996 in Forchheim zur Bereitstellung als RB nach Ebermannstadt.

 

 

 

Nach 2002 wurden die lokbespannten Züge der DB AG vorallem im Nahverkehr auf Triebwagenzüge umgestellt. Ebenso die Dezimierung der Fernverkehrszüge auf ICE`s. Aus Kostengründen wie auf Nebenbahnen absolut gerechtfertigt oder auf Strecken mit geringerem Fahrgastaufkommen, aber auf Hauptstrecken und an stark frequentierten Tagen und Zeiten stößt man mit den Triebwagen oftmals an Kapazitätsgrenzen. Aber zusätzliche Bereitstellungen von lokbespannten Zügen ist auf Grund der "politischen Reglementierungen" durch Bestellerorganisationen, Verkehrsverbünde und Landkreise nicht möglich. Gefahren wird auf Bestellung und bestellt wird was politisch verordnet wird. Eigenmächtige Entscheidungen der Bahn werden durch Ausschluß bei Ausschreibungen, Fremdvergabe oder Strafzahlungen "geregelt". Dabei ist es nicht gewollt, daß ein zunehmender Teil der Bevölkerung wieder umdenkt und vorallem jüngere Menschen lieber Bahn fahren da für sie das Auto keinerlei Statussymbol mehr hat. Was logischerweise zu entsprechenden "Reaktionen" Seitens der Automobilindustrie und Politik führt, "der Fernbus wird es schon richten".